Scientology: Neue US-Regierungsdokumente aus dem Jahr 1986 aufgetaucht. Schriftverkehr belegt, dass Scientology wieder versuchte die Justizabteilung zu Händeln.

Der damalige stellvertretende Generalstaatsanwalt Randy Levine bewies Rückgrat und ließ sich auf keinen Handel ein.

 

Ein Bericht von

Jörg Stolzenberger

Aufklärungsgruppe Krokodil

15.03.2019

 

Der US-Journalist und Scientology-Kritiker Tony Ortega dankt auf seiner Webseite den unermüdlichen Bemühungen des Forschers R.M. Seibert, welcher es immer wieder schafft noch nie veröffentlichte Dokumente bzw. Regierungsdokumente über Scientology zu entdecken, welche noch nie das Tageslicht gesehen haben.
Und auch wir schließen uns diesem Dank an.

Letztes Mal, so berichtet Tony Ortega, hatte Seibert ein beeindruckendes Dokument gefunden, das 1983 von Stanley S. Harris, dem damaligen US-Staatsanwalt in Washington DC, verfasst wurde, bevor er eine lange und glorreiche Karriere als Bundesrichter fortsetzte.  Er ist jetzt im Ruhestand und 91 Jahre alt.

Zu dieser Zeit hatten verschiedene Regierungsbehörden eine massive rechtliche Regelung in Erwägung gezogen, die von der Church of Scientology angestoßen wurde.

Aber Harris hatte den Mut, sich zu äußern und zu sagen, dass die Regierung aufgrund der schrecklichen Verhaltensgeschichte von Scientology keinen Moment lang über eine solche Kapitulation nachdenken sollte, deren Wirkung darin bestehen würde, viel von dem zu begraben, was die Regierung über die Kirche ausgegraben hatte.

Die Church of Scientology versuchte im Jahr 1986 erneut, was vor drei Jahren gescheitert war, und bat um ein Treffen mit dem Justizministerium, um sich über all die negativen Informationen über Scientology zu beschweren, welche die Regierung in ihren Akten hatte.

Am 23. September 1986 setzte sich der Anwalt von Scientology, Lawrence Hoffheimer, mit Randy Levine, dem stellvertretenden Generalstaatsanwalt der Vereinigten Staaten, zusammen.

Randy Levine bat Hoffheimer ihm zu schreiben, was die Kirche wollte.

 

Bild oben: stellv. Generalstaatsanwalt Randy Levine bewies Rückgrat

 

Der siebenseitige Brief, den Hoffheimer am 6. Oktober verschickt hat, ist wirklich ein Klassiker dieser Art, ein perfektes Beispiel dafür, wie die Church of Scientology die Regierungen davon überzeugen will, dass die Organisation missverstanden wird.

Der Brief beginnt damit, dass Hoffheimer die Tugenden der Scientology angepreist, die schändliche Feinde angezogen hat, die sie niederreißen wollen…

Diese berechtigten Interessen, so Hoffheimer, hätten dafür gesorgt, dass ab Anfang der fünfziger Jahre viel falscher Müll über Hubbard in Regierungsakten geraten sei und dass diese giftigen Dokumente in der Presse veröffentlicht worden seien.
Und warum war Hubbard das Ziel solcher unfairen Angriffe? Natürlich, weil er so effektiv war.

Und auch, dass die Dianetik Menschen mit psychosomatischen Krankheiten geheilt hat, dass die Scientology-Religion „hohe ethische und moralische Standards“ fördert und dass die Kirche ein so starker Befürworter gegen Drogenmissbrauch ist. Trotz all dieser guten Werke wurde Scientology durch negative Informationen in Regierungsakten beschädigt, die sich auf der ganzen Welt verbreitet hatten.

Hoffheimer beklagte auch die hohen Kosten, die mit Rechtsstreitigkeiten zwischen der Kirche und der Regierung verbunden waren, und Geld, das für Ermittlungen der Regierung verschwendet wurde, die niemals irgendwo hingingen.

Hoffheimer geht dann davon aus, dass die Regierung all das, was sie über Infiltration und Einbruchdelikte, die das Guardian Office von Scientology in den 1970er Jahren tat, und in dem sogenannten „Schneewittchen-Programm“ anspricht, vergessen sollte.

„Snow White“ führte damals dazu, dass elf führende Scientology-Kirchenvertreter, einschließlich Hubbards Frau Mary Sue Hubbard, ins Gefängnis kamen.
Aber hey, können wir die Vergangenheit nicht einfach vergessen?

Hoffheimer möchte, dass die Regierung einige Jahre Scientology-Spionage vergisst, denn die Kirche ist hier wirklich das Opfer.
Aber wenn die Regierung nicht daran interessiert ist, den „Krieg“ mit Scientology  zu beenden, dann kann die Kirche immer wieder „eskalieren“

 

 

Bilder oben: Lawrence Hoffheimer Brief Seiten 1-3

 

Bilder oben: Lawrence Hoffheimer Brief Seite 4-6

 

Bilder oben: Lawrence Hoffheimer Brief Seite 7 und Umschlag

 

Randy Levines Antwort auf Hoffheimers Brief war höflich, aber es war ein festes Nein.

 

Bilder oben: Antworten von Randy Levine vom 07.10.1986 (1 Seite) und vom 24.10.1986 (2 Seiten)

 

Nach Informationen von Tony Ortega lebt Lawrence Hoffheimer heute in Florida und sammelt Geld für die Erforschung der Parkinson-Krankheit und der Makuladegeneration.

Randy Levine machte in der Zwischenzeit eine faszinierende Karriere in der Privatpraxis und in der Regierung.
Heute ist er der Präsident der New York Yankees.

 

Quelle:

Journalist und Scientology-Kritiker Tony Ortega / Webseite: Underground Bunker unter: https://tonyortega.org/2019/03/11/new-government-docs-show-scientology-trying-to-snow-the-justice-dept-after-snow-white/#more-55790

 

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