Scientology und ihre Menschenrechtsaktivitäten: Der „Human Rights Day“- auf der Suche nach „Gung Ho“-Gruppen!

Ein Bericht von

Jörg Stolzenberger

Aufklärungsgruppe Krokodil

11.01.2019

 

Eine besondere Methode, Einfluß auf die umgebende Gesellschaft zu gewinnen, ist das System der sogenannten Gung-Ho-Gruppen in Scientology. Der Begriff bedeutet in öffentlicher Sprachregelung der Scientology:

»Eine Gruppe, die sich aus ortsansässigen Scientologen im Feld,           jeglichen interessierten Freunden und Mitgliedern der allgemeinen Öffentlichkeit zusammensetzt. Gung-Ho bedeutet in Mandarin (Hauptdialekt der chinesischen Sprache) ‚zusammenziehen.                         Gung-Ho-Gruppen ziehen andere Gruppen in der Gemeinde zusammen,         um auf die Verbesserung der Gesellschaft und des betreffenden Gebietes hinzuarbeiten«

(Aus dem Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistliche von Scientology, S. 758)

 

Ende des Jahres 2018:

Die Scientology Kirche schloss sich anderen Religionen und NGOs (**) am UNO-Hauptsitz in Genf an, um auf einer Konferenz die Zusammenarbeit zur Gewährleistung der Menschenrechte für alle zu fördern.

Ende Dezember 2018, anlässlich des 70. Jahrestages der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (UDHR) durch die Vereinten Nationen füllten rund 120 Vertreter von NGOs und religiösen Gruppen den Raum VII des Palais des Nations, der einst Sitz des Völkerbundes und heute Sitz der Vereinten Nationen in Genf war.

Bild oben: Eigendarstellung Scientology über den „Human Rights Day“ am 28.12.2018

Herr Ivan Arjona-Pelado, Direktor des Europäischen Büros für öffentliche Angelegenheiten und Menschenrechte der Scientology-Kirche mit Sitz in Brüssel, fungierte als Moderator für die Veranstaltung.

Zu den Teilnehmern gehörten die Ständigen Missionen der Vereinten Nationen von Angola, Armenien, Kongo, Kuba, Gabun, Georgien, Guatemala, Kasachstan, Montenegro, Nepal, Saudi-Arabien, Sierra Leone, Sudan, Sri Lanka, Uruguay und Sambia.

Menschenrechtsbildung war ein Thema in vielen Präsentationen von NGOs, religiösen Organisationen und Menschenrechtsaktivisten.

Die Konferenz begann mit einer Präsentation der sponsernden ständigen Missionen bei den Vereinten Nationen, die alle Aktivisten ermutigte, ihre Arbeit für die Menschenrechte fortzusetzen und mit ihren Regierungen zusammenzuarbeiten, um humanitäre Ziele zu erreichen.

Es folgte eine Vorführung der preisgekrönten Dokumentation Story of Human Rights, die von United for Human Rights, der gemeinnützigen Organisation der Scientology Kirche, produziert wurde.

Das zweite Panel betonte die Menschenrechtsbildung: Die Bedeutung der Kenntnis und des Verständnisses der UDHR als erster Schritt, um zu sehen, dass sie angewendet wird. Moderiert wurde diese Diskussion von Luis Alberto Alarcon-Valencia, Vorsitzender der ECOSOC Foundation Life Green Ecological Group, zusammen mit Vertretern der mexikanischen Nonprofitorganisation Humanidad de Oro; United for Human Rights; FOARE (Association for Training, Orientation and Help for Refugees and Migrants) aus Spanien, Kolumbien und Venezuela; dem schwedischen Kapitel der Foundation for a Drug-Free Europe und Corporación Vida SILOE aus Kolumbien und Spanien.

Das dritte Panel umfasste religiöse Organisationen, die sich für die vollständige Umsetzung der UDHR einsetzen. Organisiert wurde es vom britischen All Faiths Network unter Beteiligung von Vertretern der Schweizer Gruppe, der Association for the Promotion of Intercultural and Interreligious Dialogue; der United Sikhs International aus Großbritannien; der muslimischen Ahmadiyya Community; der Church of the Light of the World of the U.S. and Mexico; CESNUR (Center for Studies on New Religions); und der Church of Scientology European Office for Public Affairs and Human Rights.

Das letzte Panel, das von Herrn Eric Roux in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Europäischen Interreligiösen Forums für Religionsfreiheit moderiert wurde, befasste sich mit Aktivisten, die mit Behörden zusammenarbeiten, um die UDHR zu fördern und zu schützen. An diesem Panel nahmen Vertreter der Gerard Noodt Foundation of Holland, Soteria International Denmark, European Muslim Initiative for Social Cohesion und Fundacion para la Mejora de la Vida, la Cultura y la Sociedad of Spain teil.

Eric Roux ist „Vice President of the Europeen Office of the Church of Scientology for Public Affairs and Human Rights“ und Präsident der Scientology in Frankreich.

Die Scientology und Scientologen unterstützen „United for Human Rights“ und ihr Programm für junge Menschen, „Youth for Human Rights International“, in Deutschland „Jugend für Menschenrechte“ genannt. Bei der Gründerin und Präsidentin von Youth for Human Rights International handelt es sich um Dr. Mary Shuttleworth, einer Scientologin.

Bild oben: Selbstdarstellung YfHRI

 

Auch Michele Kirkland, Leitende Direktorin von Youth for Human Rights International ist Scientologin. Im Jahr 2013 erreichte sie den Status CLEAR.(***)

Sie begleitete Dr. Shuttleworth auf ihren Reisen nach New York, zum Hauptsitz der Vereinten Nationen, nach Indonesien, Südafrika, Deutschland, in die Demokratische Republik Kongo, USA, nach Marokko, in die Schweiz, nach Kenia und in viele andere Länder, um Dr. Shuttleworth bei ihrer Arbeit mit Pädagogen, Führungspersonen der Regierung u.a. darin zu unterstützen, die „Menschenrechtsaufklärung“ voranzutreiben.

 

 

 

Bilder oben: Logos von „Youth for Human Rights“ und „Jugend für Menschenrechte“

 

„United for Human Rights“ hat, laut Scientology-Eigendarstellung, hochgelobte Menschenrechts-Curricula für den Einsatz in Grundschulen, Gymnasien und Universitäten entwickelt.

Scientology stellt diese Lehrmaterialien Lehrern, Mentoren, Gemeinschaftsprogrammen und Einzelpersonen, „die versuchen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen“, kostenlos zur Verfügung. United for Human Rights, so die Eigendarstellung von Scientology, hat sich zu einer echten Basisbewegung entwickelt – der weltweit größten nichtstaatlichen Menschenrechtsaufklärungskampagne, die in 195 Ländern in 27 Sprachen durchgeführt und von Tausenden von Aktivisten, Beamten, Gruppen und Organisationen begrüßt wird.

 

 

Bilder oben: Empleme/Logos von „United for Human Rights“ der IAS

Die „Citizens Commision on Human Rights“(CCHR), wurde 1969 von der Scientology Kirche und dem Autor und Psychiater Thomas Szasz gegründet.

Ihre Arbeit besteht für Scientology darin, Verletzungen der Menschenrechte durch die Psychiatrie aufzudecken und auf dem Gebiet der geistigen Heilung Ordnung zu schaffen. Von einem Einzelbüro hat es sich zu einem einflussreichen internationalen Verbund von Menschenrechtsverfechtern mit 250 Ortsgruppen in 34 Nationen entwickelt.                      Ihr Hauptsitz ist in Los Angeles, Kalifornien, wo auch das Museum „Psychiatrie- Tod statt Hilfe“ steht.

Nach dem Vorbild der amerikanischen Schwesternorganisation CCHR wurde ein Jahr später in Deutschland die „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM) beim Registergericht  München eingetragen.

Die KVPM wurde von Mitgliedern der Scientology gegründet.

Im Bundesvorstand des KVPM sind die Scientologen Bernd Trepping und Nicola CRAMER.

 

    

 

Bilder oben: Logo des CCHR und des KVPM

 

Also seien Sie vorsichtig, wenn Sie eines der Logos auf einem Pamphlet oder einem Werbestand in der City erblicken. Unter Umständen haben Sie es mit Scientology zu tun.

 

 

 

Begriffserklärung und Quellen:

(**) NGO heißt „Non-Governmental Organisation“ und bedeutet Nichtregierungsorganisation. Dies kennzeichnet eine private Organisation, die gesellschaftliche Interessen vertritt, aber nicht dem Staat oder der Regierung unterstellt ist.

Human Rights Day 28.12.2018 Scientology-Bericht unter https://www.scientologynews.org/press-releases/human-rights-day-conference-to-achieve-the-goals-of-the-udhr.html

United for Human Rights der Internationalen Vereinigung der Scientologen: https://www.iasmembership.org/de/campaigns/human-rights/

CCHR: https://www.scientology.de/faq/scientology-in-society/what-is-citizens-commission-on-human-rights.html

“Jugend für Menschenrechte” Eigendarstellung  unter: http://de.youthforhumanrights.org

(***) Michele Kirkland u.a.:

Source-Magazin der Flag Land Base, Nr. 230/2013, Seite 57: Abschlüße: Der Zustand CLEAR.

Source-Magazin der Flag Land Base, Nr. 230/2013, Seite 57: Abschlüße: Sonnenschein Rundown.

 Source- Magazin der Flag Land Base, Ausgabe 230/2013, Seite 54, 55: Abschlüsse in Flag: L11 New Life Rundown.

 Source- Magazin der Flag Land Base, Ausgabe 230/2013, Seite 54, 55: Abschlüsse in Flag: L12 Flag OT Rundown für Führungskräfte.

Bernd Trepping und Nicola Cramer siehe auch unter:                                                  https://www.kvpm.de/fileadmin/pdf/30_Jahre_KVPM.pdf

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