Unterwanderung durch die Scientology-Organisation?! Oder „nur eine Erfindung der weltanschaulichen Gegner von Scientology ….“

Ein Bericht von

Jörg Stolzenberger

Aufklärungsgruppe Krokodil

23.03.2018

 

Hier einige Beispiele zur Erinnerung warum man dies ernst nehmen sollte!

Anweisungen von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard:

 

Erobern Sie, egal wie, die Schlüsselpositionen, die Position als Vorsitzende des Frauenverbandes, als Personalchef einer Firma, als Leiter eines guten Orchesters, als Sekretärin des Direktors, als Berater der Gewerkschaft – irgendeine Schlüsselposition. Verdienen Sie sich einen ordentlichen Lebensunterhalt damit, fahren Sie einen guten Wagen, aber bringen Sie Ihre Aufgabe über die Bühne, handhaben und verbessern Sie die Leute, denen Sie begegnen, und schaffen Sie eine bessere Welt“ (1)

 „Hit for the key spots by whatever means, the head of the women’s club, the personnel director of a company, the leader of a good orchestra, the president’s secretary, the advisor of the trade union – any key spot. Make a good sound living at it, drive a good car, but get your job done, handle and better the people you meet and bring about a better earth.“ (2)

 

Führungsanweisung ED 1040:

 „Such Dir ein Geschäft aus, welches bereits sehr gut arbeitet.
Wende Dich an den höchsten Direktor. Biete ihm an, dafür zu sorgen, dass sein
Geschäft ihm mehr Geld einbringt.
Lokalisiere SPs in der Organisation und wirf sie hinaus.
Auditiere die leitenden Angestellten und zeige ihnen, um was es sich handelt,
das wird dann den Zyklus in Gang setzen: die leitenden Angestellten werden die
Jungmanager und das andere Personal dazu drängen, Auditing zu nehmen.“ (3)

 

„Wir benützen die herkömmlichen Spionagetechniken“(4)  

  1. Ron Hubbard

Gegen Unterwanderung und Spionage wollen Firmen und der Staat sich schützen.
Es geht allerdings keineswegs nur um die Wirtschaft und den Staat.
Es geht insbesondere auch um „Die organisierte Unterwanderung der Bereiche Bildung, Gesundheit und Soziales“ (5)

 

Aus der Broschüre des Senat der Hansestadt Hamburg geht hervor, wie das damalige „Gardian Office“ (GO), der Geheimdienst der Scientology, heute nennt er sich „Office of Special Affairs“(OSA),sich in Regierungsstellen und Behörden einschlich, um an Informationen zu kommen. Es heißt hier (auszugsweise):

 „1976 griff das FBI zwei mit falschen Ausweispapieren versehene Agenten des GO nachts im Justizministerium in Washington auf. (..)

Am 08. Juli 1977 begannen die Durchsuchungsaktionen gegen GO-Büros in                      Washington, D.C. und Los Angeles mit 134 beteiligten FBI-Beamten.                               Über 23.000 Dokumente viele davon aus Regierungsdienststellen gestohlen- sowie Einbruchwerkzeuge und elektronische Überwachungsausrüstungen konnten beschlagnahmt werden.  Bei den  Ermittlungen stellte sich z.B. auch heraus, dass ein ins Justizministerium  eingeschleuster GO-Agent in einem stark gesicherten Bereich gearbeitet hatte, in dem u.a. streng vertrauliche CIA- Dokumente aufbewahrt wurden. Auch in das Büro eines stellvertretenden Generalstaatsanwaltes waren GO-Agenten eingebrochen. Parallel dazu wurde in Kanada entdeckt, dass das GO dort verschiedene Polizeidienststellen auf Bundes-und Landesebene sowie das Büro des Generalstaatsanwaltes unterwandert hatte. Die den Scientology- Agenten zur Last gelegten Straftaten umfassten u.a. Infiltration und Diebstahl von Dokumenten einer Reihe staatlicher Einrichtungen sowie privater Organisationen.                                    Insbesondere Interpol, Weltorganisationen (z.B. WFMH), Rechtsanwaltsfirmen und Zeitungen waren von diesen Machenschaften betroffen. (..)“ (6)

 

Geheimdienst-LfV-HH

 

Bild oben: Die Broschüre als pdf-download-Datei

 

Auch Scientology-kritische Organisationen in Deutschland waren und sind das Ziel solcher Unterwanderung mit konspirativen Methoden.

So wurde auch schon versucht, die Baden-Württembergische Initiative EBIS e.V. zu unterwandern.  (Die Aufklärungsgruppe Krokodil berichtete bereits darüber)

Siehe unter: http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/UnterwSci.pdf

Hier ging aus einem Schreiben der Scientology Kirche Deutschland e.V., Beichstraße 12 vom 1.1.1988 an Heribert Nonnen c/o Scientology Mission Karlsruhe Kaiserallee 36, Betr.: EBIS e.V.:

Folgender Schriftverkehr der Scientologen hervor:

„Lieber Heribert, in der Anlage findest Du das Blatt mit der Selbstdarstellung der EBIS, das mir über Rita Stockhausen zugeschickt worden ist. / Wie ich Dir schon am Telefon sagte wäre es für mich von höchstem Interesse, zu wissen, was dieser Verein in Bezug auf Scn plant, welche Leute dort das Sagen haben usw. Zu diesem Zweck wäre es sicherlich am Besten, wenn jemand von uns Mitglied werden würde. Mitgliedsbeitrag würde von mir übernommen werden.
Schreib mir doch einfach, wie es dabei mit deiner Mithilfe ausschaut, eventuell kennst Du jemanden, von dem Du weißt, daß er auch mitmachen würde.
Liebe Grüße. Richard Eisenböck.“ (7)

 

 

Bild oben: Schreiben von Scientology zur Infiltration der EBIS e.V.

 

Richard Eisenböck hat sich bei Scientology zu einem „Silver Meritorius“ hochgespendet. Zusammen mit seiner Ehefrau hat er somit mindestens 750.000 US-Dollar an Scientology gezahlt, dies belegt die IMPACT Nr. 153 aus dem Jahr 2016.

 

  

 

Bilder oben: Screenshot aus der scientologischen Hochglanzbroschüre IMPACT Nr. 153/2016 und Seite 114 der IAS.

 

Heribert Nonnen, der im Schreiben genannt ist, ist immer noch bekennender Scientologe

mit eigener Webseite im „Scientology-Newsroom“ und steht vielfach auf der „Senior Honor Roll“ (Ehrenliste) der IAS (Internationalen Vereinigung der Scientologen).

Demnach hat er 100 oder mehr Leuten geholfen IAS-Mitglied zu werden oder einen herausragenden Beitrag zur Expansion der IAS geleistet (z.B. IMPACT 113/2007) und er ist im Status eines „PATRON“ und hat somit  mindestens 40.000.- US-Dollar an die Organisation gespendet.

 

 

Bilder oben: Screenshots: Impact Nr. 113/2007 und Bekennerseite Heribert Nonnen

 

Am 17.3.1999 berichtete das ZDF in „Kennzeichen D“ unter dem Titel „Der Schattenmann“ über Mülltonnen-Schnüffelei bei dem Scientology-Kritiker und Rechtsanwalt Ingo Heinemann.
Der „Schattenmann“ ist Norman Suchanek.
Er hatte zunächst gebeten, dass sein Name in dem TV-Film und in dieser Website nicht genannt wird. Der Name war aber allen Beteiligten bekannt.
Inzwischen hat Norman Suchanek seine Meinung geändert.

 

 

Bild oben: Ingo Heinemann (rechts) mit dem „Schattenmann“, der die Mülltonne durchsuchte.

Scientology hat die Mülltonnen-Schnüffellei stets bestritten.

So wurde die Scientology-Sprecherin Sabine Weber von dem Buchautor Thomas Kruchem („Staatsfeind Scientology?“, 1999, Seite 184) darauf hingewiesen, dass der Baden-Württembergische Verfassungsschutz berichtet habe, der Scientology-Geheimdienst wühle in Mülltonnen von Scientology-Kritikern, um belastendes Material zu finden.

Weber antwortete:
„Das finde ich köstlich. Der zuständige Herr vom Verfassungsschutz hat wahrscheinlich zu viel Jerry Cotton oder 007 geschaut.“

Auch in diesem konkreten Fall hat Scientology dem ZDF gegenüber die Schnüffelei bestritten.

Sabine Weber, Scientology-Sprecherin, in dem TV-Film zur Bezeichnung der OSA als Geheimdienst:

„Die Floskel Geheimdienst ist ja eigentlich eher eine Erfindung der weltanschaulichen Gegner von Scientology ….“

 

Ingo Heinemann hat auf seiner Webseite den Fall über seine durchsuchte Mülltonne selbst dargestellt und auch selbst auf die nachfolgende Anweisung der „Dust Bin Collection“ hingewiesen. Hierin heißt es:

ORIGINAL SEITE 9:

  1. DBC – Dust Bin Collection („Abfallbehälter-Sammlung“)

„Diese Art der Datensammlung wurde bisher nur auf eine Enemy – Group gemacht.  Sie war sehr, sehr erfolgreich, obschon diese Art der Datensammlung am schwersten zu konfrontieren ist.

Es wurden unter anderem Daten herausgefunden wie
– Bezahlung (Belege) für Material gegen Scientology
– Haushalt und mögliche Unterschlagung von Geldern
– Nachweis für den Profit, den diese Gruppe macht, obwohl sie angeblich gemeinnützig ist                                                                                                                                                           
– Daten über geplante Strafanzeigen gegen die Kirche – Informationen über Mitglieder, Namen von Mitarbeitern, Geldquellen usw.                                                                                     Diese Dokumente und  Informationen konnten in der gesammelten Form nicht benutzt werden, aber es gab sehr wertvolle Hinweise.

Wie es gemacht wurde:

  1. a) eine Person finden, aufbauen, wie unter Aufbau des Netzwerkes beschrieben.
    b) rausfinden, wann die Mülltonen geleert werden
    c) tagsüber vorbeischauen, um festzustellen, wo die Mülltonnen überhaupt stehen und ob dies überhaupt öffentlich zugänglich ist
    d) Nachts vorbeischauen, ob der Platz nachts zugänglich ist
    e) je nach Zugänglichkeit geht eine Person vorzugsweise nachts um 2.00 Uhr vorbei und wühlt herum
    f) Person ist wie ein Penner gekleidet, hat vielleicht eine „Fahne“, ist unrasiert und hat schon ein paar „Plastiktüten mit Briefmarken“ oder „Flaschen“ in der Hand, weil er eben Briefmarken sammelt oder Flaschen wegen dem Flaschenpfand.
    g) Mülltonne durchschauen, Papierkram herausnehmen.
    h) auf Umwegen nach Hause
    i) an Deckadresse schicken, zwei Umschläge benutzen, der innere wie der äußere hat Adresse und Absender. Dies ist nötig, falls der äußere kaputt geht.
    j) als Deckadresse kann auch eine Postlageradresse benutzt werden. Es wurde in der Vergangenheit ein Postfach benutzt, dies hat sich aber als unvorteilhaft herausgestellt.

Wie man eine Deckadresse „postlagernd“ aufbaut:

  1. An alle möglichen Firmen schreiben, und um Informationsmaterial anfragen. Postlagernde Adresse angeben z.B. Herr Ferdinand Kraxihuber postlagernd Sattlerstr. 3 8000 München 33
    2. Post regelmäßig abholen, indem nach postlagernder Post für Herrn Kraxlhuber gefragt wird. Man kann hier einen falschen Namen angeben, da kein Ausweis verlangt wird. Postlagernde Sachen werden innerhalb von 14 Tagen wieder zurückgeschickt, es sollte hier also regelmäßig nachgefragt werden.
    3. Mit der Zeit ist man dort als Herr Kraxihuber bekannt.
    4. einen etwas ausgefalleneren Namen benutzen, nicht dass ein Herr Müller die Post für Herrn Müller abholt und Dein Paket erwischt.

Bei Sendungen an ein Postfach beachten, daß keine Pakete an das Postfach geschickt werden, da diese automatisch an die Adresse des Postfachinhabers gesandt werden oder zurückgeschickt werden, weil man Pakete und Päckchen ins Postfach nicht zustellen kann.“ (8)

 

Textauszug aus:
ZDF 17.3.99 Kennzeichen D:                            
„Der Schattenmann“ (9)

 

Sprecher:  “ … Rainer Fromm ist es jetzt erstmals gelungen, ein früheres Mitglied dieses Geheimdienstes [OSA] zu interviewen.
Dabei arbeitet die Organisation, was kaum bekannt ist, mit einem eigenen Geheimdienst, OSA, dem berüchtigten Office for Special Affairs“.

Ursula Caberta, Hamburger Innenbehörde: 
„Das Office for Special Affairs ist praktisch der BND der Scientology-Organisation, also die Abwehrorganisation gegen die äußeren Feinede, die dafür zu sorgen hat, daß Scientology ungestört expandieren kann, die sich damit auseinandersetzen müssen, daß keine Angriffe kommen und daß die, die sich kritisch mit Scientology auseinandersetzen, ruhiggestellt werden.“

Sprecher: „Zum ersten Mal hat ein früherer deutscher Mitarbeiter dieses Geheimdienstes den Mut, vor eine Kamera zu treten. 1998 stieg er aus, nach 20 Jahren Scientology-Karriere.

 „Schattenmann“: „Die Scientology-Kirche hat Leute beschattet und verfolgt. Es wurden Nachbarn befragt, um negative Dinge herauszufinden. Es wurden Mülltonnen durchwühlt, um belastende Material aus dem Privatleben zu finden und es wurden künstlich Kritiker aufgebaut, die aber in Wirklichkeit von Scientology waren“.

[Auf dem Bildschirm: ein Hubbard-Bild, danach ein Dokument, hervorgehoben: „Unterdrücker! . Rotten Sie sie aus“]

 Sprecher: Der Gründer von Scientology. L. Ron Hubbard. Gegner nannte er Unterdrücker, die er fertigmachen wollte. In diesem Dokument heißt es: „Unterdrücker! . Rotten Sie sie aus“.

 „Schattenmann“: „Eine der Aufgaben von OSA ist es, Ermittlungen gegen sogenannte Feinde durchzuführen um Dinge über diese herauszufinden, so daß man sie unter Druck setzen oder vernichten kann. Feinde der Scientology müssen natürlich mundtot gemacht werden und gemäß der Richtlinie wenn möglich vollständig finanziell ruiniert werden. Zu den Feinden gehören verschiedene Berufsgruppen, wie zum Beispiel Sektenbeauftragte der Kirchen, Sektenkritiker, oder auch bestimmte Politiker“.
Sprecher: „Freiwilliger Lokaltermin. Der ehemalige Schnüffler trifft den Rechtsanwalt, der Sektenopfer betreut und dadurch zum Unterdrücker für Scientology wurde. Mit der Aktion Mülltonne wollte man seine Glaubwürdigkeit erschüttern“.

[Im Bild: Der „Schattenmann“ klingelt bei Ingo Heinemann, dann beide vor einer Mülltonne]

 

Heinemann: „So, da ist das corpus delicti. Wie haben Sie das damals gemacht? Haben Sie die hier ausgeleert?“
„Schattenmann“: „Zunächst hatten wir einen VW-Bus und haben die dann hier rasch reingeladen und sind da oben in den Wald gefahren und haben die dann in Ruhe ausgeleert ….“
Heinemann: „Und dort haben Sie die dann durchsucht ?“
„Schattenmann“: „Ja, ausgeleert, hinter dem Gebüsch, und dann geschaut, Schriftstücke, Medikamente, was wurde an Alkohol konsumiert, und so weiter. Schriftstücke wurden eingesammelt und an die OSA-Zentrale eingeschickt“.

Sprecher: Das Bayerische innenministerium sieht in solchen Kampfansagen eine  neue Form des Extremismus.

Jürgen Keltsch, Innenministerium Bayern: 
„Scientology ist ein neuer Faschismus …“
 Peter Frisch, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz:
„Wir haben … eine gewaltige Propaganda-Kampagne zu Gunsten der Scientology, die insbesondere von den USA aus losgetreten wird, gelegentlich beteiligen sich da sogar offizeille Stellen der Vereinigten Staaten daran, das bedaure ich in besonderem Masse. Aber jetzt läuft eine Kampagne gegen Deutschland, insbesondere auch gegen den Verfassungsschutz, die mit 40 Millionen Dollar unterstützt werden soll“.

Sprecher: „Natürlich streitet Scientology die Vorwürfe ab. Militante Ideologie und Schnüffelei gebe es nicht. Man halte sich streng an die Gesetze. Entsprechend heißt der berüchtigte Geheimdienst OSA hier ganz fromm Presse- und Rechtsamt“.

 Sabine Weber, Sprecherin Scientology:

„Die Floskel Geheimdienst ist ja eigentlich eher eine Erfindung der weltanschaulichen Gegner von Scientology ….“

Sprecher: „Ausgerechnet Freiheit heißt das Kampfblatt, in dem die Schnüffelergebnisse und Diffamierungskampagnen der Scientologen verbreitet werden“.

 Peter Frisch, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz:
„Die Scientology will eine neue Zivilisation errichten, in der die Grundrechte, wie sie unsere freiheitliche demokratische Grundordnung vorsieht, nicht gelten würden.“

Sprecher: „Schon 94 sah sich Scientology in Deutschland angeblich Neo-Nazistischen Regierungsattacken ausgesetzt“.
[Im Bild: Scientology-Rundschreiben „Einberufung für Deutschland“, im Original: „RE: Call-to-Arms Germany“, vom 4.5.94]

 

Sprecher: „Überschrift des OSA-Dokuments im englischen Original: „Zu den Waffen im Kampf gegen ein Krebsgeschwür der Menschheit“.

 Peter Frisch, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz:
„Ich denke zum Beispiel nur an diesen entsetzlichen Vergleich mit der Judenverfolgung. Umgekehrt wird vielleicht ein Schuh draus. Das was die Scientology macht, läuft darauf hinaus, dass bestimmte Personengruppen hier verdächtigt werden, dass gegen sie vorgegangen werden soll, das ist teilweise eine erbarmungslose Hetze, die insbesondere gegen Deutschland hier vorbracht wird mit dem Tenor, ihr Deutschen habt nichts dazugelernt“.

 

Ingo Heinemann war nicht der einzige bekannt gewordene Fall zu einem „ausgewerteten“ Mülleimer.

In ähnlicher Weise erging es dem Scientology-Aussteiger  Larry Wollersheim.

„1993 gelang es dem SO-Aussteiger Larry WOLLERSHEIM sich einen an ihn adressierten Briefumschlag von einem Privatdetektiv zurückzuholen, der eindeutig bewies, dass sein Papierabfall durchsucht worden war. In den neunziger Jahren habe es, so Jon ATACK, eine Reihe ähnlicher Fälle gegeben. Und auch Robert Vaughn YOUNG berichtet davon, dass ihm Müll „gestohlen“ worden sei.“ (10)

 

Unterwanderungsversuche im Bereich des Gesundheitswesens.

Im Verfassungsschutzbericht 2003 von Baden-Württemberg wird über eine neue Tarnaktion mit dem Namen „Safe Habor“ berichtet. Hier heißt es:

„Unter Beteiligung von Scientology-Anhängern wurden Gruppen namens „Safe Harbor“ auffällig, für die in Hamburg, München und Stuttgart im Juni und Juli 2003 Gründungsveranstaltungen geplant wurden.

„Safe Harbor“ stammt aus den USA und will nach Eigendarstellung Alternativen zum bestehenden Gesundheitssystem entwickeln. Das in einer Ausgabe von „mehr wissen besser leben“ angegebene Kontakttelefon für „Safe Harbor Deutschland“ ist identisch mit dem Telefonanschluss der KVPM Stuttgart. Der Repräsentant der „KVPM Württemberg“ (Anm. die „Kommission für Verstöße in der Psychiatrie“ (KVPM) ist ein Scientology-Ableger) ist zugleich der Verantwortliche für die deutsche Website von „Safe Harbor“.      

Für Außenstehende sind diese Zusammenhänge kaum erkennbar. Die Vorgehensweise kann als ein Unterwanderungsversuch im Gesundheitswesen und in der Alternativmedizin gesehen werden, bei dem Scientologen im Ansatz durchaus erfolgreich agieren. Das Ziel ist offenkundig, Meinungsbildungs- und letztlich Gesetzgebungsprozesse zu beeinflussen, wobei nach außen scheinbar unabhängige Personen auftreten.(11)

 

 

Bilder/Screenshots oben: Aus dem Verfassungsschutzbericht 2003 „Safe Habor“

 

Auch über den Weltfirmenverband der Scientology-Organisation (WISE) berichtet das LfV BW:

„Der Wirtschaftsverband WISE propagierte gegenüber seinen Mitgliedern im Jahr 2003 das Ziel, die Mitgliederzahl zu verdoppeln, und forderte dazu auf, Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner anzuwerben. WISE-Managementtrainer bieten Kurse an, die auf der Lehre HUBBARDs basieren und häufig nahezu identisch mit einführenden Scientology-Kursen sind, was für die Betroffenen aber oft zunächst nicht erkennbar ist. Der Einstieg erfolgt häufig über Seminarangebote für Zeitmanagement oder zur Persönlichkeitsentwicklung bzw. zur Optimierung der betrieblichen Strukturen und Arbeitsabläufe. In Baden-Württemberg wurden Berichte über derartige Anwerbeversuche bekannt, wobei WISE-Trainer jedoch mitunter ihre Zugehörigkeit zur SO zu Beginn verschwiegen. Zu den immer wieder benutzten Schutzbehauptungen gehört, die Firma habe nichts mit der „Scientology Kirche“371zu tun bzw. man verwende lediglich Managementmethoden nach HUBBARD.“ (11)

Bild: Screenshot aus dem Verfassungschutzbericht BW 2003 „Berater von WISE“

 

Die Aufklärungsgruppe Krokodil hat bereits über solche Herren berichtet, die auch im Bereich des Rems-Murr-Kreises viele Klein- & Mittelständische Firmen schulen!

Viele, vermutlich ahnungslose, Firmenbesitzer, haben allerdings videografische oder auch schriftliche Aussagen für den Anbieter mit scientologischem Hintergrund gemacht, mit denen er wiederum neue Kunden anzulocken vermag.

Mit dem neuesten veröffentlichen Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg  2016 hat sich nichts an der Situation geändert.

Hier heißt es (auszugsweise):

„Das „Office of Special Affairs“ (OSA) ist ein nachrichtendienstliches Netzwerk, das Widerstände gegen die SO aus dem Weg räumen soll. Die deutsche OSA-Leitung („Scientology Kirche Deutschland e. V.“, SKD) hat ihren Sitz in München, in der Stuttgarter „Kirche“ besteht ein nachgeordnetes Büro. Das OSA hat Verantwortung für die rechtliche Vertretung der SO- Niederlassungen, Propaganda, Desinformation und Hetze, auch mittels Unterorganisationen, in Einzelfällen Ausforschungen und Schikanen gegenüber wichtigen Kritikern, Anstrengung gerichtlicher Verfahren, um Gegner zu zermürben, sowie Versuche politischer Einflussnahme.

Es gibt ernstzunehmende Hinweise,dass Scientology in den USA mit hohem finanziellem Aufwand Lobbyismus bei Politikern betreibt. Durch unbegründete Behauptungen über angebliche Diskriminierungen ihrer Mitglieder in Deutschland konnte sie die US-Diplomatie in der Vergangenheit wiederholt zu Interventionen zugunsten der SO bewegen.“ (12)

Zu den WISE-Beratern, welche die Klein-& Mittelständischen Betriebe, aber auch Großfirmen als „Trainer“ oder auch „Effizienztrainer“ schulen, warnt das LfV:

„..   wenn es den Beratern gelingt, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Anfängliche Erfolgserlebnisse können eine Unternehmensführung unter dem Einfluss der Trainer dazu verleiten, das gesamte „Hubbard Management System“ einzuführen. Zudem können Betroffene dazu verleitet werden, vermeintliche oder tatsächliche persönliche Defizite durch „Auditing“ in den Griff zu bekommen. Bei einer tieferen Verstrickung kann die Liquidität eines Unternehmens durch hohe Zahlungen an die SO in Gefahr geraten. Ein weiteres Risiko der Scientology-Konzepte liegt in einer schleichenden Ideologisierung. Gelingt es WISE, Führungskräfte zu vereinnahmen, bleibt davon meist auch die Belegschaft nicht unberührt. Das Ende der Entwicklung kann sein, dass ein „Ethik-Officer“ über „Belohnungen und Strafe“ wacht, wöchentlich den „Ethik-Zustand“ der Angestellten erfasst, ihn  an den WISE-Verband meldet und die Aufgaben der Mitarbeiter mit WISE abstimmt. Mitunter soll Mitarbeitern auch ein Eintritt in die SO nahegelegt worden sein.“ (12)

Bild oben: Aus dem Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2016

Hier auch der gesamte Bericht zum download:

Verfassungsschutzbericht_BW_2016_Auflage_2

 

Wenn jemand meint: das Eine hat doch mit dem Anderen nichts zu tun, dann irrt er: alles läuft Hand in Hand.

 

Siehe auch weitere Berichte der Aufklärungsgruppe Krokodil zum Thema unter:

http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/UnterwSci.pdf

http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/SchutzvorInfiltration.pdf

Quellen:

  • Aus: Hubbard Qualified Scientologist HQS 85, S. 218 HCOB 10.6.60 Nr. 33 Der Serie: Die Funktionsfähigkeit der Scientology erhalten – Was wir von einem Scientologen erwarten“ Seite 220
  • Technical Bulletins Band IV ISBN 87-87347-84-9, Seite 107, HCOB 10 June 60: What we expect of a Scientologist
  • Broschüre des Berliner Senats ??? „SEKTEN“ ??? Risiken und Nebenwirkungen
  • Ron Hubbard Führungsanweisung HCO PL 17.2.66
  • Jeanette Schweitzer, Schleichende Entmündigung, 1994, S. 14.
  • Der Geheimdienst der Scientology- Organisation , Grundlagen, Aufgaben,  Strukturen, Methoden und Ziele, S. 36,27
  • Schreiben der Scientology Kirche Deutschland e.V., Beichstraße 12 vom 1.1.1988 an Heribert Nonnen c/o Scientology Mission Karlsruhe Kaiserallee 36, Betr.: EBIS e.V.
  • DBC – Dust Bin Collection unter: http://agpf.de/Archiv/Staatsanwalt86-Anlage17.htm
  • Textauszug der Schattenmann unter: http://agpf.de/Archiv/Muelltonnen.htm
  • : http://agpf.de/Archiv/Muelltonnen.htm
  • Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg 2003
  • Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg 2016, Seite 262 und 270
  • Bekennerseite von Heriber Nonnen unter: http://www.scientologynews.org/press-releases/meet-a-scientologist-heribert-nonnen.html

 

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