Scientology wirbt mit Stipendien um junge deutsche Sportler im Football.

Eingestellt auf die Krokodil-Seite

durch Jörg Stolzenberger

am 21.12.2017

 

David Hausfeld berichtet für die Westfälische Nachrichten im Internet und titelt mit der oben genannten Schlagzeile.

In dem Bericht vom  22.11.2017 teilt die Zeitung mit, dass junge Footballer aus Deutschland Angebote für ein Stipendium in den USA bekommen und das hinter den Anfragen aber offensichtlich die Scientologen stecken, die neue Mitglieder rekrutieren wollen.

Mit Sprachstipendien versucht die Organisation, auch laut dem Verfassungsschutz, junge deutsche Footballspieler in die USA zu locken. Auch ein Nachwuchsspieler aus dem Bundesliga-Team der Münster Mammuts sowie zwei Akteure der Osnabrück-Tigers haben solche Angebote von einer Schule in der Scientology-Hochburg Clearwater/Florida bekommen.

„Hey Michel“, begann unverfänglich die Nachricht von Jesse Chinchar an Michel Zanther.   Im Februar kontaktierte er den 19-jährigen Sportler der Tigers über Facebook und stellte sich als Football-Chefcoach der Clearwater Academy International Highschool in Florida vor. Seine Schule sei auf der Suche nach guten internationalen Footballspielern und wolle solchen die Chance bieten, die USA zu besuchen und dort zu spielen. Eine geringe Menge an Stipendien sei noch zu haben.

Ähnlich ging es einem jungen Münsteraner.                                                                              „Aber da hatten wir schon die Informationen, was dahinter steckt“, sagt Ben Gallmeister, Assistant Headcoach der Mammuts.                                                                                                    „Er hat dann mit seinem Trainer gesprochen – und dann war die Sache schnell klar, dass er auf das Angebot nicht eingehen wird.“ Für Gallmeister ist der Werbeversuch nicht zufällig. „Die wissen, dass die Sportler in Kontakt mit der amerikanischen Kultur sind und amerikanischen Sport lieben. Für die macht es natürlich Sinn, in diesem Umfeld zu wildern“, so berichten die Westfälischen Nachrichten. (1)

 

 

 

 

 

 

Bild oben: Westfälische Nachrichten vom 22.11.2017

Die Hamburger Innenbehörde berichtet ebenfalls über den Fall und fand klare Worte:

Die Schule wird von Scientology betrieben – den Namen der Organisation sucht der Nutzer auf der Website jedoch zunächst vergebens. Im Impressum der Academy-Website ist angeführt, dass die Schule über Lizenzen verfügt, um pädagogische Materialen und Dienstleistungen der sogenannten „Applied Scholastics“ zu nutzen. Applied Scholastic ist eine Unterorganisation von Scientology, die im Bereich Bildung weltweit aktiv ist, um die Technologie der Scientologen zu verbreiten und verdeckt neue Mitglieder zu werben. Zudem ist die Stadt Clearwater weltweit Hochburg und Machtzentrum der SO. (2)

Die Kontaktaufnahme und Ansprache des Hamburger Sportlers erfolgte über einen Headhunter, der auf einer internationalen Sport-Plattform für die Football Premier League aktiv ist. Über Facebook ist der Headhunter, der selbst Scientologe ist, auf das Hamburger Sporttalent aufmerksam geworden. Gleichzeitig hat er drei weitere junge Sportler aus Hessen angesprochen. Während des Aufenthaltes in den USA sollten die jungen Männer im Football-Team der Akademie ihre Sportkarriere vorantreiben und bei einer mutmaßlich scientologischen Gastfamilie in Clearwater untergebracht werden. In einer Facebook-Gruppe tauschten sich die Männer fortlaufend über den anstehenden Auslandsaufenthalt aus. (2)

Scientology versucht seit Jahren im Internet sowie in sozialen Netzwerken, verstärkt neue Anhänger zu werben. Aufgrund des schlechten Rufes geht die SO dabei häufig verdeckt und mit Tarnorganisationen vor und versucht, über gesellschaftlich breit akzeptierte Themen in Kontakt zu potenziell interessierten Menschen zu kommen. Im Fall des jungen Mannes aus Hamburg nutzte Scientology den Traum nach einer Sportkarriere in den USA aus. Die Eltern des jungen Mannes wollten ihrem Sohn den Aufenthalt in Clearwater ermöglichen – zunächst ohne das Wissen um die Verbindung zu Scientology. So wurde das Visum beantragt, die ersten Zahlungen getätigt und die Gespräche mit dem Headhunter intensiviert. Die Hamburger Familie hat sogar ihr Haus belastet, um die Kosten für das Stipendium aufbringen zu können. Nach einer Fernsehdokumentation über die Stadt Clearwater, in der die Verbindung der Stadt zu Scientology thematisiert wurde, wurde der junge Hamburger misstrauisch und konfrontierte seinen Headhunter am Telefon offen mit seinem Verdacht. Der Headhunter teilte im Gespräch mit, dass er selbst Scientologe sei und die Schule sich an der von L. Ron Hubbard (Scientology-Gründer) entwickelten Technologie orientiere. Daraufhin brach der Sportler den Kontakt ab, und die Familie wandte sich an die Scientology-Beratungsstelle des Landesamts für Verfassungsschutz Hamburg. (2)

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild oben: Screenshot vom Bericht der Hamburger Innenbehörde

 

 

Quellen:

(1)  Westfälische Nachrichten vom 22.11.2017 unter: http://www.wn.de/Sport/Lokalsport/Muenster/3063840-American-Football-   Scientology-wirbt-mit-Stipendien-um-junge-deutsche-Sportler

(2) Behörde für Inneres und Sport Hansestadt Hamburg vom 11.09.2017: 18-Jähriger sollte „Football-Stipendium“ erhalten Scientology versucht junge Sportler für Akademie in den USA anzuwerben.                                                                                 Unter: http://www.hamburg.de/innenbehoerde/scientology-organisation/9484162/scientology-sportler-stipendium-football/

 

 

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