Wer`s glaubt, wird seelig!? „DER WOLF IM SCHAFSPELZ“ Gefahren erkennen und vorbeugen!

Ein neuer Flyer zur „Information und Beratung zu fragwürdigen Religiös-Weltanschaulichen Angeboten“ ist von der Interministeriellen Arbeitsgruppe zu Fragen sogenannter Sekten & Psychogruppen beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Baden-Württemberg kürzlich herausgegeben worden.

Unter der Überschrift:

„Wer`s glaubt, wird seelig!? – „DER WOLF IM SCHAFSPELZ“ Gefahren erkennen und vorbeugen!“

Wers glaubt, wird seelig

 

 

 

 

 

 

 

 

heißt es u.a.

Religiös-weltanschauliche Sondergruppen sind immer  wieder Thema in den Medien und ein bleibendes Problem in unserer Gesellschaft. Viele Menschen haben den Wunsch nach religiöser Zugehörigkeit und sinnstiftenden Beziehungen. Dieses verständliche Bedürfnis kann leicht ausgenutzt werden. Entsprechende Gruppen treten unter den verschiedensten Namen und Bezeichnungen auf und lassen ihre eigentlichen Ziele oftmals nicht auf Anhieb erkennen.

Gleichzeitig gilt: Nicht jede Gruppierung ist von vornherein gefährlich.

Vorsicht ist aber immer dann geboten, wenn es zu einer ungewöhnlich starken Bindung des Einzelnen an eine Gemeinschaft oder an Personen kommt, die ein hohes Maß an Sozialkontrolle ausüben und große persönliche, zeitliche oder fi nanzielle Investitionen fordern.

VORBEUGEN IST BESSER ALS HEILEN!

Jeden Menschen bewegen im Verlauf seines Lebens Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt:

Warum gibt es Krankheit, Krieg, Leid und Tod auf der Welt?

Wie geht es mit mir weiter? Hat die Menschheit eine Zukunft?

Worauf kann ich in meinem Leben bauen? Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Wer oder was hilft mir bei wichtigen Entscheidungen?

Existiert Gott? Nach welchen Werten soll ich mich im Leben richten? …

Radikale religiöse und weltanschauliche Lehren setzen häufig an solchen Sinnfragen an und versprechenvermeintlich „sichere“ Antworten. Nicht selten ist damit aber eine echte Gefahr für Leib und Leben verbunden, wie z.B.:

  • Einengung der Lebensgestaltung,
  • Aufgeben der persönlichen Freiheit
  • Verlust eines realistischen Urteilsvermögens
  • Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen
  • Depressionen und Psychosen
  • suchtähnliches Verhalten, psychische Abhängigkeit
  • Zerstörung familiärer Bindungen,
  • Kindeswohlgefährdung
  • Verlust des Arbeitsplatzes, finanzieller Ruin
  • (politische, religiöse) Radikalisierung
  • soziale Isolation
  • Entstehung von Parallelgesellschaften
  • Vernachlässigung schulischer, familiärer oder gesellschaftlicher Pflichten
  • Einschränkung der körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklung
  • Kriminalität und Suizid

Im Flyer ist auch der „Holzweg“ gezeichnet.

Danach folgen folgende Tipps:

„WENN ALLE STRICKE REISSEN“

Wie kann Betroffenen geholfen werden?

Wer bei einer vereinnahmenden Gemeinschaft landet, muss dort nicht gleich unglücklich sein. Gerade am Anfang ist die Begeisterung oft groß. Deshalb: Keine Hilfe aufdrängen!

Das löst nur Abwehr, Rückzug und ein Gefühl von Unverstandensein aus.

Hilfreicher dagegen ist es, Kontakt zu halten , für den oder die Betroffene/n da zu sein, nicht zu belehren, nicht zu beschämen, sondern ernst zu nehmen, gemeinsame Erlebnisse und Perspektiven zu schaffen.

Denn es ist leichter in die Realität zurückzufinden, wenn noch Menschen da sind, denen man sich anvertrauen kann.

Kein Geld geben!

Sie würden damit höchstens eine fragwürdige Organisation auch noch unterstützen und die Eigenverantwortlichkeit des Betroffenen schwächen.

Das Selbstwertgefühl stärken, die Kritikfähigkeit schärfen!

Informationen über die Gruppe oder Lehre müssen nicht zurückgehalten werden. Vielleicht erscheinen einem begeisterten Mitglied zu Anfang alle kritischen Einwände als staatliche, wissenschaftliche oder kirchliche Propaganda. Aber sie bleiben dennoch im Gedächtnis haften und können dabei helfen, eines Tages selbst Fragen zu stellen.

Sie sollten auch die Motive bedenken: Warum gehen Leute, die Sie kennen, überhaupt zu einer Sekte?

Vielleicht weil sie Gemeinschaft, Zuneigung, Geborgenheit oder auch Autorität suchen; weil ihnen ein Sinn im Leben fehlt; weil die ganze Welt so unübersichtlich und bedrohlich wirkt; weil sie gerne eine Alternative zu ihrem bisherigen Leben kennenlernen möchten; weil sie nicht ohnmächtig sein, sondern sich für eine vermeintlich gute Sache einsetzen wollen; weil sie sehr neugierig sind, oder auch weil sie sich Hilfe bei körperlicher Krankheit, seelischem Leid oder existentiellen Problemen wünschen.

Diese Motive sind nicht unbedingt nur das Privatproblem der Betroffenen. Sie können auch ein Signal dafür sein, dass wir uns „zwischenmenschlich“ mehr kümmern müssen und dass unsere moderne Gesellschaft heute offenbar manche menschlichen Grundbedürfnisse nicht (oder nicht mehr) für alle befriedigend erfüllt.

Zeigen Sie betroffenen Angehörigen oder Freunden deshalb Alternativen auf, die ihnen helfen können, Sinn im Leben zu finden und sich selbst zu verwirklichen.

Letztlich braucht es ein gemeinsames Wertefundament, auf dem unsere Beziehungen aufbauen, damit diese von Akzeptanz, Freiheit und gegenseitiger Verantwortung geprägt sind, und dies über weltanschauliche und religiöse Grenzen hinweg!

 

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Wir stellen diese Broschüre hier unten zum Download ein.

Sie enthält zwei Seiten, die entsprechend gefaltet werden.

Flyer_Sekten und Psychogruppen

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