Er betrieb einen Totenkult zur Beherrschung der Seelen & Geister der Toten: Adolfo De Jesus Constanzo ( alias „El Narcosantico de Matamoros“) und sein Sektenkult, der afro-karibische “Palo Mayombe“.

Ein Bericht von

Jörg Stolzenberger

Aufklärungsgruppe Krokodil

  1. September 2016

 

Adolfo De Jesus Constanzo war Mitte der 1980er der Pate „El Padino“ der mexikanischen Grenzstadt Matamoros und war bekannt als Drogenboss und Sektenguru eines Schwarzen Ordens. Gemeinsam mit seinen Jüngern soll er mehr als 25 Menschenleben auf seinem Gewissen haben.

Am 01.04.1989 gegen 03 Uhr morgens raste der Drogendealer Serafin Hernandez durch eine Grenzsperre zwischen Texas und der mexikanischen Stadt bei Matamoros.

Bei seiner Befragung machte der Drogendealer verworrene Angaben, so dass er einem Totenkult angehöre und dass man ihm nichts anhaben könne, da man ihn und seine Gefährten auch „nicht sehen“ könnte.

Aufgrund der ersten Aussagen des Serafin Hernandez fand man 13 Leichen in flachen Gräbern.

Einige der Leichen waren Arme und Beine abgetrennt worden, andere waren gekocht.     Die Schädel waren mit Beilen gespalten worden.

Bald konzentrieren sich die Ermittlungen auf das Oberhaupt des Totenkultes und des Drogenbosses Alfonso De Jesus Costanzo, der untergetaucht war.

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Adolfo De Jesus Constanzo wurde am 01. November 1962 in Miami / Florida geboren.

Seine Eltern waren kubanische Emigranten.

Kurz nach der Geburt ließen sich die Eltern scheiden und die Mutter zog mit ihrem Sohn nach San Juan/Puerto Ricco.

Die Mutter heiratete dort kurz darauf einen wohlhabenden Geschäftsmann und alle zogen zurück nach Miami.

Als Adolfo Constanzo zehn Jahre alt war, starb sein Stiefvater.

Die Mutter suchte Trost in der afro-kubanischen Voodoo-Santeria-Religion.

Delia Aurora Gonzalez del Valle errichtete in ihrer Wohnung einen Altar und brachte den Göttern oder Orihas Opfergaben, es waren Früchte, Süßigkeiten, kleine Tiere und Hühner.

Der kleine Alfonso wurde von seiner Mutter in die Santeria-Rituale eingeweiht.

Später schickte sie ihn zu einem Schwarzen Priester der die schwarze Ausgabe der Santeria-Religion unterrichtete, den “Palo Mayombe“.

Das Hauptthema von „Palo Mayombe“ ist der Totenkult.

 

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Bild oben: Bei Constanzo aufgefundener Altar

 

Man denkt die Seelen und Geister der Toten beherrschen zu können.

Er opferte in diesem Glauben auch Ziegen und Vögel und warf Knochen und Eingeweide in einen Opferkessel der „Nganga“ genannt wurde.

Während andere Kinder Fußball spielten, studierte er die Rituale des „Palo Mayombe“.

Nach der 9. Klasse brach er die Schule ab.

Er wurde Bauarbeiter.

Mit etwa 20 Jahren war Adolfo Constanzo bereits wegen kleinerer Delikte, wie Ladendiebstahl, straffällig geworden.

Miami war während der 80er Jahre ein kriminelles Pflaster geworden.

Constanzo besuchte Schwulenbars und Nachtclubs und dort gab es jede Menge Drogen.

Zu dieser Zeit war Adolfo De Jesus Constanzo auch weiter aktiv im „Palo Mayombe“.

Er hatte auch Erfahrungen im Satanismus gemacht.

Die Initiation zum Priester des „Palo Myombe“ wird im spanischen mit einem Wort bezeichnet das „Kratzen“ bedeutet. Man sieht also Narben von bestimmten Schnittwunden bei der Person.

Adolfo De Jesus Constanzo hatte diese auf seinem Arm eingeritzt und ritzte sich die zwei folgenden Sätze ins Fleisch: Meine Seele ist tot! Ich habe keinen Gott!

Zum Abschluss seiner Initiation erhielt Constanzo einen geweihten eigenen „Nganga“-Opferkessel von seinem Priester, der mit Opfergaben von Tieren gefüllt war.

Der „Kessel des Blutes“ war der mächtigste und wertvollste Gegenstand den er besaß.

 

1983 zog er nach Mexiko-City und fasste sofort in der Okkultisten Szene Fuß.

Mit Wahrsagerei, dunkle Verwünschungen von Gegnern verdiente er gleich seinen Lebensunterhalt.

„Palo Mayombe“ ist unter Drogenhändlern beliebt, weil diese sich dadurch auf den „magischen den Schutz“ verlassen.

Adolfo De Jesus Constanzo konnte in kurzer Zeit einige Drogenhändler und korrupte Polizisten beherrschen. Sie unterlagen seinem Kult und sahen ihn als ihre „Gottheit“ an.

Dann weiterte sich der Einfluss aus, zum Beispiel auf Ärzte, Immobilienmakler, auf Salvador Garcia, einen Beauftragten des Rauschgiftdezernats und sogar Florentino Ventura, Chef der mexikanischen Abteilung von Interpol.

Adolfo De Jesus Constanzo sah die Zukunft mit Tarot-Karten voraus, machte rituelle Reinigungen, die „Limpias“ genannt wurden und stand inzwischen zu seiner Bisexualität.

Constanzo scharte sich Jünger um sich und so kamen auch die bekanntesten drei Anhänger, Martin Quinta Rodriguez; Jorge Montes und Omar Orea Ochoa zu ihm. Constanzo nahm Rodriguez als „Mann“ und Ochoa als seine „Frau“ an um sie für sexuelle Dienste einzubinden.

Bei den Aufzeichnungen von  Adolfo De Jesus Constanzo wurden später persönliche Aufschriebe gefunden, die belegten, dass er für eine einzige Sitzung bis zu 4500 US-Dollar verdiente. Er bot Opferungen von Tieren an, deren Preise folgendermaßen gegliedert waren: Ein Hahn 6 Dollar; eine Ziege 30 Dollar; eine Boa 450 Dollar; ein Zebra 1.100 Dollar, ein Löwenjunges 3100 Dollar.

 

1986 führte ihn Ventura in die Familie Calzada ein. Diese hatte eines der einflussreichsten Drogenkartells Mexikos. Binnen weniger Monate wurde Constanzo durch seine Aufträge ein reicher Mann. Adolfo De Jesus Constanzo wurde so selbst auch zum Drogenhändler und Betrüger.

Seine okkulten Praktiken und sein Glaube an den „Palo Mayombe“ waren nun auch auf das Schänden von Gräbern und auf das Praktizieren von okkulten Handlungen mit Menschenknochen ausgerichtet. Bald folgte  der Sprung hin zum ersten Menschenopfer. Die, welche später überlebten, von denen ging man davon aus, dass sie keine Anzeige erstatten würden.

 

1987 wollte Adolfo De Jesus Constanzo Mitglied des Calzada-Drogen-Kartells werden.      Er war überzeugt, dass nur durch seine Fähigkeiten deren Aufschwung zu erklären war. Adolfo De Jesus Constanzo wurde abgewiesen.

Am 30. April 1987 verschwanden daraufhin Guillermo Calzada Sanchez und sechs seiner Familienmitglieder. Die Polizei suchte sechs Tage nach ihnen, bis sie die sieben Leichen aus dem Zumpango River bergen konnte. Alle wiesen Merkmale von grausamer Folter auf. Allen, ausnahmslos männlichen Opfern, fehlten die Genitalien und die Herzen.                  Es fehlten auch weitere Körperteile.

Es stellte sich später heraus, das Constanzo in seinem „Kessel des Blutes“ diese gekocht und gegessen hatte.

Im Juli 1987 wurde Adolfo De Jesus Constanzo von dem Polizist Salvador Garcia in eine weitere Drogenfamilie eingeführt, deren Oberhäupter das Brüderpaar Elio und Ovidio Hernandez war.

Constanzo war  inzwischen 24 Jahre alt und lernte die 22-jährige Sara Maria Aldrete  Villareal kennen. Diese hatte eine Beziehung zu dem Drogenschmuggler Gilberto Sosa, der wiederum für die Hernandez-Brüder tätig war.

 

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Bild oben: Adolfo De Jesus Constanzo und Sara Maria Aldrete  Villareal

 

Alsbald wurde diese Frau als „Madrina“, die Patin, von den Anhängern des „Palo Mayombe“- Kults welcher von Constanzo geführt wurde, akzeptiert.

Für sich und seine Anhänger erwarb Adolfo De Jesus Constanzo ein Stück Wüste, 32 Kilometer außerhalb von Matamoros. Er benannte das Land zur „Rancha Santa Helena“.

Hier konnten menschliche Opferrituale noch unerbittlicher durchgeführt werden.

Am 28. Mai 1988 kamen hier die Drogenhändler Hector de la Fuente und der Landwirt Moises Castillo durch Pistolenschüsse ums Leben.

Da diese Exekutionen für Constanzo nicht zufriedenstellend waren, ließ er am 16. Juli 1988 in Mexiko-Stadt den Transvestiten Raul Paz Esquivel zerstückeln, den ehemaligen Liebhaber seines männlichen Sexualpartners Jorge Montes.

 

Am 10. August 1988 wurden Ovidio Hernandez und sein zweijähriger Sohn von einem rivalisierenden Drogenclan entführt. Aus diesem Grund brachte Constanzo in der darauf folgenden Nacht ein Menschenopfer dar und betete für die Freilassung der Beiden.

Die Entführten wurden am nächsten Tag tatsächlich freigelassen, was Constanzo zu seinen Gunsten auslegte.

Im November 1988 ermordete Constanzo seinen Jünger Jorge Valente de Fierro Gomez, da dieser Kokain konsumiert hatte.

Obwohl Constanzo mit Drogendealern zu tun hatte, untersagte er paradoxerweise seinen Anhängern dabei jeglichen Rauschgiftkonsum.

 

Zudem wurden konkurrierende Drogenhändler ebenfalls exekutiert, so am 14. Februar 1989 Ezequiel Rodriguez Luna, und dessen zwei Partner Ruben Vela Garza und Ernesto Rivas Diaz.

Sein erstes und einziges nachweisbares Kinderopfer forderte Constanzos Kult am             25. Februar 1989, als er den Vetter von Ovidio Hernandez, den 14-jährigen Jose Garcia, ermorden ließ.

Am 1. April 1989 wurde der Polizist Victor Sauceda von Constanzo auf der Ranch ermordet. Mit seinem Tod wollte man Satan gnädig stimmen, da die Drogenhändler planten, eine Woche später eine halbe Tonne Marihuana über die Grenze in die USA einzuführen.

 

Und wie bereits beim Einstieg dieses Berichtes erläutert:

Acht Tage später, am 9. April, fuhren die Sektenmitglieder Serafin Hernandez Garcia und David Martinez mit ihrem Auto bei Brownsville im US-Bundesstaat Texas einer Polizeistreife davon, da sie davon ausgingen, Constanzos Zaubersprüche hätten sie „unsichtbar“ gemacht.

Doch die Polizei nahm die beiden Männer fest, und entlockte den beiden erste Geständnisse. Mit ihnen fuhren die Polizisten auf die Ranch, wo ihnen zwei weitere Anhänger des Kults, Sergio Martinez und Elio Hernandez, in die Arme liefen.

Die Männer gaben nach langen Verhören Geständnisse ab, und offenbarten den Ermittlern das ganze Ausmaß der Mordserie.

Die Ranch wurde bis zum 16. April 1989 systematisch durchsucht. Auf einem extra von Constanzo angelegten Friedhof barg man die verstümmelten Leichen von 15 Menschen, darunter auch die von Mark Kilroy, dessen Schädel gespalten war, und dem das Gehirn entnommen worden war. Selbst zwei Polizisten, Joaquin Manzo und Miguel Garcia, waren unter den Toten. Drei Menschen konnten bis heute nicht identifiziert werden.

Adolfo De Jesus Constanzo wurde nun mit internationalem Haftbefehl gesucht.

 

Die Polizei führte am 17. April 1989 eine Razzia in seiner Wohnung bei Antizapan durch, konnte außer einer Kammer, die für rituelle Opfer diente, jedoch nichts entdecken.

Von überall her meldeten sich Anrufer, die meinten, Constanzo gesehen zu haben, selbst in Chicago / Illinois.

Adolfo De Jesus Constanzo allerdings hatte sich mit seiner Freundin Sara und drei Jüngern in ein kleines Apartment in Mexiko-Stadt zurückgezogen.

Sara, die um ihr Leben fürchtete, und der nun klar wurde, dass sie einen Serienmörder geliebt hatte, schrieb einen Zettel mit folgendem Wortlaut, den sie am 2. Mai 1989 aus dem Fenster warf:

„Bitte rufen Sie die Justizbehörde und erzählen Sie denen, dass in diesem Gebäude jene sind, die Sie suchen. Sagen Sie ihnen, dass eine Frau als Geisel gehalten wird. Ich bitte darum, weil ich vor allem sprechen will – oder sie werden das Mädchen umbringen.“

Ein Passant, der die Notiz zwar fand, ignorierte sie, da er meinte, es wäre ein schlechter Scherz.

 

Am 6. Mai 1989, wurden die Polizisten zu einem Appartementhaus gerufen, da sich Anrainer über den lauten Streit aus der Nachbarwohnung beschwert hatten. Nichts ahnend, dass es Adolfo Constanzos Wohnung war, fuhren die Beamten zum Einsatzort.

Constanzo, der die Polizisten vom Fenster aus sah, griff zu seiner Maschinenistole, und eröffnete das Feuer. Es grenzt an ein Wunder, dass in dem 45-minütigen Feuergefecht, in dem zuletzt 180 Polizisten involviert waren, nur ein Beamter leicht verletzt wurde.

Als Adolfo Constanzo registrierte, dass es für ihn kein Entkommen mehr gab, drückte er seine Waffe Alvaro de Leon Valdez in die Hand, einem Profikiller und Sektenmitglied, und gab ihm den Befehl, ihn und Martín Quintana Rodriguez zu töten.

Obwohl Valdez sich anfänglich weigerte, führte er den Befehl schließlich aus.

Als die Polizisten schließlich die Wohnung stürmten, lagen Adolfo de Jesus Constanzo und Martín Quintana Rodriguez tot in ihrem Blut; Valdez, Omar Orea Ochoa und Sara wurden verhaftet.

 

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Bild oben: Adolfo de Jesus Constanzo und Martín Quintana Rodriguez tot in ihrem Blut.

 

Sara Maria Aldrete Villareal, die bis zuletzt beteuerte, nichts von den Morden auf der Ranch gewusst zu haben, erhielt 1994 eine Freiheitsstrafe von 62 Jahren.

Weitere Sektenmitglieder, darunter Elio Hernandez, erhielten ebenfalls Freiheitsstrafen von bis zu 67 Jahren.

 

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2007 erschien der Film „Borderland“ der auf Constanzos Kult basiert. 2007 wurde von Regisseur Zev Berman der „Borderland“ produzierte, greift darin frei die Ereignisse um Adolfo Constanzos Kult auf.

 

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Bild oben: Filmplakat von „Borderland“

 

Verwendete Quellen:

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