Deutscher Sektenguru im südamerikanischen Uruguay ermordet – Arno Wollensak, Gründer der „Lichtoase“ war jahrelang auf der Flucht vor der Gerichtsbarkeit.

Ein Bericht von

Jörg Stolzenberger

Aufklärungsgruppe Krokodil

31.08.2016

 

Die Leiche des 61-Jährigen Arno Wollensak wurde gefesselt am Sonntag am Strand der südosturuguayischen Ortschaft La Floresta entdeckt und erst gestern  identifiziert, berichtet die Zeitung „El País“.

Es sieht nach einer Abrechnung aus: Hände und Füsse waren gefesselt, eine Plastiktüte war über dem Kopf gestülpt, schreibt das Portal bild.de, das sich auf einen Bericht von         «El Pais» und Aussagen eines lokalen Richters beruft. Die Leiche habe erst gestern  identifiziert werden können.

Arno Wollensak war der Peiniger der Winterthurer Jugendlichen Lea Saskia Laasner und weiterer Kinder. Die Eltern Laasners, welche sich Wollensak‘s  „Lichtoase“ angeschlossen hatten, folgten dieser 1993 ins zentralamerikanische Land Belize. Dort kam es während Jahren zu Misshandlungen des anfänglich 13-jährigen Mädchens.

 

Wollensak Arno

 

 

 

 

 

 

 

Lea Laasner gelang 2001 die Flucht, worauf Wollensak und seine Lebenspartnerin Julie R. aus Belize flohen.

Lea Saskia Laasner schrieb zu ihrer Geschichte ein Aufsehen erregendes Buch gemeinsam mit dem bekannten Sekten- und Scientology-Kritiker Hugo Stamm, mit dem Titel «Allein gegen die Seelenfänger» und zeigte Arno Wollensak an.

 

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2007 sollte W. in Deutschland der Prozess gemacht werden. Doch wenige Tage vor der Verhandlung tauchte er unter. 2008 kam er unter falschem Namen nach Uruguay und blieb zunächst unerkannt. Er kaufte sich mit Spendengeldern seiner Anhänger ein grosses Anwesen und lebte einige Jahre unbehelligt.

2015 konnten er und seine Partnerin Julie Ravell, die der Beihilfe angeklagt war, von der lokalen Polizei mithilfe von deutschen Fahndern verhaftet werden. Doch ein uruguayisches Gericht lehnte eine Auslieferung an Deutschland ab, weil die Straftaten verjährt seien.

Die Aufklärungsgruppe Krokodil hatte darüber ausführlich berichtet.

 

Weitere Quellen:

BILD online vom 31.08.2016 unter: http://www.bild.de/news/ausland/sekten/deutscher-sekten-chef-in-uruguay-ermordet-47577386.bild.html

Der Bund Zürich vom 31.8.16 unter:

http://www.derbund.ch/zuerich/region/Peiniger-von-Lea-Laasner-ist-ermordet-worden/story/10477211

EL PAIS vom 31.08.2016 unter:  http://www.elpais.com.uy/informacion/cadaver-floresta-lider-espiritual-secta-alemana.html

und

http://www.elpais.com.uy/informacion/lea-laasner-abuso-lider-secta.html

 

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