„Scientology hautnah“- „Der Blog der Scientology Gemeinde am Rande der Schwäbischen Alb“ und eine kleine Geschichte vom Polizeipräsidium Karlsruhe.

Ein Bericht von
Jörg Stolzenberger
Aufklärungsgruppe Krokodil
05. Januar 2016

 

Zu meiner Rubrik „Scientology und Polizei“ gehört auch diese „Kleinigkeit“.

Scientology bedient sich hierbei einer kleinen, tränenanmutenden Geschichte, welche das Polizeipräsidium Karlsruhe ihrem Leserkreis bot, um die „Auto-Raser“ an angepasste Geschwindigkeiten heranzuführen.

„Von unseren Freunden und Helfern“ heißt die Überschrift, unter der die Geschichte auf der Seite der „Scientology-Gemeinde am Rande der Schwäbischen Alb“ eingestellt ist.  Gemeint ist die Ortschaft Kirchheim-Teck.

Und es wird darum gebeten: „Bitte denkt bei eurer nächsten eiligen Fahrt mal an diese Geschichte“:

„Andi schaute kurz noch einmal auf seinen Tacho, bevor er langsamer wurde:
79 km/h innerhalb einer Ortschaft. Das vierte Mal in ein paar Monaten.
Wie konnte ein Typ denn so oft erwischt werden?
Während er sein Auto auf 10 km/h abbremste fuhr Andi rechts ran. Der Polizist, der ihn angehalten hatte, stieg aus seinem Auto aus, mit einem dicken Notizbuch in der Hand.
Christian? Christian aus der Kirche? Andi sank tiefer in seinen Sitz. Das war nun schlimmer als der Strafzettel. Ein christlicher Bulle erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Einen Typen, der etwas angespannt war, nach einem langen Tag im Büro. Als er aus seinem Auto sprang erblickte er den Polizisten, den er jeden Sonntag in der Kirche sah. Er hatte erst nur den Mann in Uniform gesehen.
“Hi Christian. Komisch, dass wir uns so wieder sehen!”
“Hallo Andi.” Kein Lächeln.
“Ich sehe Du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen, um meine Frau und Kinder zu sehen.”
“Ja, so ist das.” Christian, der Polizist schien unsicher zu sein.
“Ich bin die Tage erst sehr spät aus dem Büro gekommen. Ich denke auch, dass ich die Verkehrsregeln nun mehr als einmal gebrochen habe.” Andi war nervös und ungeduldig. “Verstehst Du, was ich meine ?”
“Ich weiß, was Du meinst. Ich weiß auch, dass Du soeben ein Gesetz gebrochen hast.”
Aua. Dies geht in die falsche Richtung. Zeit die Taktik zu ändern. “Bei wie viel hast Du mich erwischt?”
“Siebzig. Würdest Du Dich bitte wieder in Dein Auto setzen?”
“Ach Christian, warte bitte einen Moment. Ich habe sofort auf den Tacho geschaut, als ich Dich gesehen habe! Ich habe mich auf 65 km/h geschätzt!” Andi konnte mit jedem Strafzettel besser lügen.
“Bitte Andi, setz Dich wieder in Dein Auto.”
Genervt quetschte Andi sich durch die noch immer offene Tür. Ein Knall. Tür zu. Er starrte auf sein Armaturenbrett. Christian schrieb fleißig auf seinem Notizblock. Warum wollte Christian nicht Führerschein und Papiere sehen? Was auch immer der Grund war, es würden einige Sonntage vergehen, bis er sich in der Kirche wiederneben diesen Polizisten setzen würde. Christian klopfte an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand. Andi öffnete das Fenster, maximal 5 cm, gerade genug, um den Zettel an sich zu nehmen. Christian gab ihm den Zettel durch.
“Danke.” Andi konnte die Enttäuschung nicht aus seiner Stimme halten. Christian setzte sich wieder ins Polizeiauto ohne ein Wort zu verlieren. Andi wartete und schaute durch seinen Spiegel zu. Dann faltete er den Zettel auf.
Was würde ihn dieser Spaß wieder kosten? Hej! Warte mal! War das ein Witz? Dies war kein Strafzettel.
Andi las: “Lieber Andi, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre alt war, starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten, der Typ ist zu schnell gefahren. Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate Knast und der Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in den Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wiederlieb haben. Ich hatte nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausend Mal habe ich versucht diesem Mann zu vergeben. Tausend Mal habe ich gedacht, ich hätte es geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muss immer wieder an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich. Und sei bitte vorsichtig, Andi.
Mein Sohn ist alles was ich noch habe.
Gruß Christian”
Andi drehte sich um und sah Christians Auto wegfahren. Er fuhr die Straße wieder runter. Andi schaute, bis er nicht mehr zu sehen war. Erst ganze 15 Minuten später fuhr er langsam nach Hause. Er betete um Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte Frau und Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest.
Das Leben ist so wertvoll. Behandle es mit Sorgfalt. Dies ist eine sehr wichtige Nachricht, bitte gib sie weiter. Fahr vorsichtig und mit Verständnis anderen gegenüber. Vergiss nie, Autos kann man wieder kaufen – so viele man will. Menschenleben nicht.
(Polizeipräsidium Karlsruhe)

Passend wählt die Scientology-Organisation den Text indem auch noch beide, Polizist und Raser, sich aus derselben „Kirche“ kennen.
Indem man den Text auf die heimische Seite einstellt könnte der Beitrag auch suggerieren, dass sich beide aus der „Scientology-Kirche“ kennen.
Weiter spricht sich Scientology ja nicht gerade in ihren Programmen gegen „Auto-Raser“ aus, sondern füttert andere Belange ab.

Rechts neben dem Text der Polizei Karlsruhe finden sich Schlagworte wie:

Dianetik Drogen Drogenaufklärung Energie Entgiftung Erfolg Erlösung Fluorid Freude Fähigkeiten Führungskraft geld Hilfe Internet Karslruhe Kinderaugen Kirchheim/Teck Kommunikation Kontrolle L.Ron Hubbard Leben Lieben Polizei Prävention Raum Reinigungsprogramm Sauna schnell fahren schuldenfalle Schule Scientology Spaß Sterbebegleitung Strafzettel Studieren stärke Technologie Tod Universum Vortrag Weg zum Glücklichsein Weisheit

 

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Bilder oben: Screenshots von der Internetseite „Scientology-Hautnah“

 

Meines Erachtens ist diese kleine Geschichte gut gewählt um Scientology/Dianetik/L. Ron Hubbard und deren Ziele und Praktiken harmlos darzustellen.

Diese Geschichte wurde schon im Jahre 2003/2004 über E-Mail in einer Art Kettenbrief verbreitet. Es gibt verschiedene Familienseiten welche den Inhalt abgepostet haben. (2)
Was war also der Grund sie im Jahr 2012 neu auf der Scientology-Missions-Seite einzustellen? Vielleicht waren ja wieder Raser unterwegs.

 

 

Verwendete Quellen:
(1) Von unseren Freunden und Helfern, Veröffentlicht am 11. November 2012 im Internet unter: https://teckmission.wordpress.com/2012/11/11/von-unseren-freunden-und-helfern/
(2) http://www.schnullerfamilie.de/gedichte-and-gedanken/17086-nachdenkliches-print.html von 2004

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