Der Verein „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM)

Ein Beitrag von
Jörg Stolzenberger
Aufklärungsgruppe Krokodil
Dezember 2015

 

Der Verein „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM), steht der umstrittenen Scientology-Organisation nahe. Veranstaltungen oder auch Broschüren werden meist mit den Slogans „Psychiatrie: Tod statt Hilfe“ eröffnet.

Die damalige Hamburger Scientology-Beauftragte Ursula Caberta warnte vor der KVPM: „Dieser Verein ist ein Bestandteil von Scientology und dient einzig und allein der Werbung von neuen Mitgliedern. Das Gefährliche ist, dass die Arbeit der Psychiatrie diffamiert wird, um so neugierig auf vermeintlich bessere Alternativen zu machen.“

Dem widersprach KVPM-Präsident Bernd Trepping: „Wir betreiben mit den Ausstellungen keine Mitgliederwerbung für Scientology. Wir wollen lediglich umfassend über die Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte aufmerksam machen.“ (1)

In einer Impact-Ausgabe, einer Hochglanzbroschüre die von der Internationalen Vereinigung der Scientology (International Association of Scientology IAS) herausgegeben wird und welche im Text die Überschrift „Mitglieder in Aktion“ trägt,  heißt es zu Bernd Trepping und Nicola Cramer (seiner Frau), dass sie „ Mitglieder der IAS auf Lebenszeit“ und Vorstandsmitglieder vom KVPM- Deutschland sind.

„Pro Tag werden durchschnittlich 1.500 Personen in eine deutsche Anstalt eingewiesen“, sagte Bernd Trepping damals. (2)

Die Zahl 1500 hat es in sich, denn im Jahr 2007, anlässlich einer Pressemitteilung zu einer KVPM-Ausstellung in Charlottenburg-Wilmersdorf hieß es:

„Einrichtung einer Anlaufstelle für Psychiatrieopfer in Charlottenburg-Wilmersdorf.
Pressemeldung von Bernd Trepping.
„Mehr als 1.500 Besucher strömten in den letzten beiden Wochen in die Ausstellung Psychiatrie: Tod statt Hilfe an der Joachimstaler Str. 25-26 in Berlin, die von der Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V. (KVPM) organisiert wurde. Auf 14 Stellwänden mit einer Plakatfläche von über 100 Quadratmetern und in 14 Dokumentationsfilmen wurde die Psychiatrie als barbarische Pseudowissenschaft dargestellt.(..)“ (4+5)

Im selben Jahr beschäftigte sich auch das Landesamt für Verfassungsschutz der Freie Hansestadt Hamburg mit diesen Aktivitäten, in dem Bericht des LfV HH heißt es:

„..Die „Citizens Commission on Human Rights“ (CCHR), in Deutschland „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM), führt eine kontinuierliche Hetzkampagne gegen die Psych¬iatrie. Die Scientology-Organisation strebt eine Monopolstellung für jegliche psychische Betreuungsarbeit an: „It is Time to Take Over the Field of Mental Health“ (Planetary Dissemination News, Volume II, Issue 2).
In einer Internetpräsenz unter dem Titel „Einsatz für Kinder“, die auf den ersten Blick keinen direkten Scientology-Bezug erkennen lässt, schreibt der Präsident der KVPM-Bundesleitung, Bernd TREPPING, von einer „durch Psychopharmaka vernebelten Jugend“ und versucht damit, Eltern in Sorge zu versetzen und so für das Thema zu interessieren.“ (6)

Am 18.03.2009 gab Bernd Trepping eine Pressemitteilung heraus, die über den Winnender Amokläufer Tim K. handelte. In dieser hießt es (auszugsweise):

„Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V. (KVPM) zeigt Psychiater wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung an.
Der Verein Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V. (KVPM) stellt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in 16 Fällen und des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung Strafanzeige gegen die Psychiater, die Tim K. vor seinem Amoklauf in Winnenden behandelt haben.(..)
Die KVPM hatte bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden der schrecklichen Verbrechen in Winnenden die Polizei in Waiblingen per Fax darauf aufmerksam gemacht, dass viele der jugendlichen Amokläufer an US-Schulen die Schießereien nach Einnahme gewalt- und aggressionsauslösender Psychopillen verübt haben. Ein ähnlich lautendes Schreiben der KVPM erhielt vergangenen Donnerstag auch die ermittelnde Staatsanwältin Frau Hanss. Am selben Tag wurde bekannt, dass Tim K. mehrfach in der Psychiatrie am Weissenhof in Weinsberg wegen Depressionen in Behandlung war.
Am 12. März 09 richtete der Verein ein Schreiben an den zuständigen Gerichtsmediziner, der die Leiche des Täters am Vormittag obduzierte. Die KVPM bat den Mediziner, Haarproben des Täters zu nehmen, um nach Rückständen von Psychopharmaka zu suchen, vor denen Arzneimittelbehörden weltweit warnen, da sie Aggressivität, Gewaltausbrüche und Selbstmord auslösen können.(..) (7)

Bezeichnend für das Vorgehen des KVPM-Vorsitzenden Trepping ist, dass nur wenige Stunden nach der Tat, während alle noch geschockt über die Ereignisse sind und die Polizei/Kriminalpolizei mit der Tatortsicherung und gleichzeitig mit der Festnahme des Täters beschäftigt ist, er bereits alle Schuldigen und alle Hintergründe der Tat kennt, hinter seinem Pc sitzt und schon mal seine Pressenotizen zu Papier bringt.
So können nur Scientologen auf Lebenszeit agieren.

KVPM Tim K.

KVPM Tim K..2JPG

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder oben: Aus der Pressemitteilung Bernd Trepping vom KVPM zu Tim K.

 

 

Verwendete Quellen:
(1) Hamburger Abendblatt 26.06. 2008; Scientology-Beauftragte warnt vor Verein KVPM; http://www.abendblatt.de/hamburg/article107421016/Scientology-Beauftragte-warnt-vor-Verein-KVPM.html
(2) Impact-Magazin Nr. 95/2001, S.22 (mit Bild):
(3) Pressebericht des Businessportal24 vom 11.03.2007 unter:
(4) http://www.businessportal24.com/de/Einrichtung_Anlaufstelle_Psychiatrieopfer_Charlottenburg_Wilmersdorf_14658
(5) Vollständige Pressemitteilung: http://www.kvpm.de/charlottenburg-wilmersdorf.html
(6) Verfassungsschutzbericht Hanse Stadt Hamburg von 2007, pdf Dokument Seite 235
(7) Pressemitteilung vom 18.03.2009 Bernd Trepping KVPM
 

 

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