Von „Elevenwords418“ zu „Brotherhood of Samael“ (BoS)

„Sic luceat lux“, so erstrahle das Licht!

Veränderungen sind ein unablässiger Faktor

Ein Bericht von
Jörg Stolzenberger
Aufklärungsgruppe Krokodil
Teil 2

Wer meinen Bericht über „Elevenwords418“ gelesen hat weiss wer „T.“ ist.
Nun ist „Elevenwords418“ Geschichte, da die Gruppe, welche sich dem Schwarzmagier Aleister Crowley und dem Satanistenführer Anton Szandor La Vey verbunden zeigte, teilweise nicht mehr so existiert wie sie vorher noch auftrat.

„T.“ ist heute Zeremonienmeister und Pressesprecher des schwarzen Ordens
„Brotherhood of Samael“ (BoS) und er teilt mir auf Nachfrage am 18.09.2015 mit, dass für die Umstrukturierung „zahlreiche Kompromisse notwendig waren und ein nicht unerhebliches Pensum an Energie und Arbeit.“

Man hat sich darüber hinaus von einem Großteil der Mitglieder getrennt, weil man feststellen musste, dass diese „nur als Spaß“ dabei sein wollten, oder sich selbst zurückzogen, nachdem das erste Treffen in der Realität stattfand.
Es waren wohl solche, „die in der scheinbaren Anonymität des Netzes etwas zum Zeitvertreib suchten“, so berichtet mir T.
Somit ergab sich eine „wie zu erwartende Differenz“, zwischen denen, welche ihre Ideologie ernst meinen und zwischen den anderen Anhängern.

Im Grunde ist er als einziges Überbleibsel von „Elevenwords418“ nun bei BoS.
Und wie T. aufzeigt, musste auch er seine persönliche Agenda einschränken, um gemeinsame Ziele mit den anderen durchzusetzen.
„Veränderungen“, so T. „sind ein unablässiger Faktor.“

„Sic luceat lux“, so erstrahle das Licht, ist das Motto der Bruderschaft.

Die Mitglieder von „Brotherhood of Samael“, so erfahre ich auf meine Nachfragen, haben sich dazu entschlossen, keinen gemeinsamen und festen Ritualraum zu unterhalten, was durchaus für sie wünschenswert gewesen wäre aber auch mit laufenden Kosten und mit der Gefahr der Entdeckung verbunden ist. Sie treffen sich an wechselnden Standorten.  Die Orte der Versammlungen wollte T. nicht offenbaren.

Abgelehnt wurde auch die Nennung der Klarnamen.

T. schreibt am 23.09.2015: „Unsere Mitglieder arbeiten in verantwortungsvollen Berufen verschiedener Sektoren. Deshalb möchten wir nicht mit Klarnamen arbeiten und unsere Gesichter auch nicht unverhüllt zeigen“.

Was mir aber von „Brotherhood of Samael“ gestattet wurde, sind die hier eingebauten Bilder von den Symbolen auf T-Shirts und Banner zu „Brotherhood of Samael“ in meinem Bericht abdrucken zu dürfen.

 

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Brotherhood of Samael

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder oben: „Brotherhood of Samael“ Symbol auf T-Shirts und Banner
Mit freundlicher Genehmigung für die Übertragung des Copyrights, für die Bilder und den nachfolgenden Videofilm, von T. und BoS für die Aufklärungsgruppe Krokodil 9/2015.

 

Der Zeremonienmeister und Pressesprecher T. erklärt weiter, dass „jede Form der Gleichschaltung“ im Orden abgelehnt wird und deshalb „einige der Mitglieder eher auf LaVey und andere auf Crowley oder auch gar andere Einflüsse fixiert sind“.
Im Grunde handelt es sich also bei „Brotherhood of Samael“ (BoS) um einen aktiv gewünschten schwarzoffenen Kult.

T. selbst sieht, „solange keine Weltsicht den Statuten von BoS zuwider läuft, darin kein Problem“.

In der Selbstdarstellung heißt es:

„Die Bruderschaft Samaels ist eine „okkulte Interessengemeinschaft“ und widmet sich der Pflege satanischer / luziferistischer Philosophie und Lebensweise. Dabei orientieren wir uns an der Satanischen Bibel von Anton Szandor LaVey, sind allerdings auch für andere Einflüsse offen.
Wir distanzieren uns ganz klar von Hobby-Satanisten und diversen Sekten, sowie kriminellen Handlungen jeder Art.“
Frage der Aufklärungsgruppe Krokodil: Was muss denn ein aktives Mitglied bei euch erfüllen um nicht als Hobby-Satanist zu gelten?

Antwort T.: Ein „Hobby Satanist“ ist meines Erachtens jemand, der die satanische Philosophie als Ausrede für strafbares Verhalten verwendet.
Ein gutes Beispiel hierzu ist das Ehepaar Ruda, der „Satansmord“ von Sondershausen, oder generell jede Form von Friedhofs- ,Kirchenschändung etc.
Wir setzen eine sehr lange Tradition fort, daher ist bei uns kein Platz für Individuen, die sich unter dem Deckmantel der satanischen Lehre einmal „austoben“ wollen.
Folglich trennten wir uns auch von allen Mitgliedern, die ein solches Verhalten forderten.

Frage der Aufklärungsgruppe Krokodil: Ihr erklärt „keine kriminellen Handlungen jeder Art, keine Tier- oder Menschenopfer“, aber was ist mit Friedhofs- oder Kirchenschändungen? Was mit gemeinschädlichen Sachbeschädigungen auf Friedhöfen? Diebstähle sakraler Gegenstände? Körperverletzungen? Sexuelle Übergriffe? Oder gibt’s da irgendwelche Ausnahmen?

Antwort von T.: Dinge wie Friedhofsschändung, sexuelle Nötigung oder Diebstahl „sakraler“ Gegenstände ect. Werden ohne jede Grundlage als Norm angesehen und zu Unrecht mit unserer Philosophie assoziiert. Solange dies so ist, können wir uns nicht offenbaren, ohne karrieretechnische oder auch private Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Wer weiß, vielleicht gelingt es unserer Gruppe eines Tages, das öffentliche Bild unserer Philosophie hinreichend zu verbessern, um offiziell und unmaskiert dafür einstehen zu können.

Frage der Aufklärungsgruppe Krokodil: Woher (aus welchen Bundesländern) kommen eure Mitglieder/Anhänger und in welchen Städten seid ihr aktiv?

Antwort von T.: Unsere Mitglieder sind über mehrere Bundesländer verteilt, was persönliche Treffen nur in gewissen Abständen zulässt.
Auch ist nicht jeder unserer Unterstützer im Netz aktiv, es dient lediglich als Hilfsmittel. Eines unserer Mitglieder stammt sogar aus Afrika.

 

Nun sind Shirts mit einem hingebungsvollen Namen natürlich nichts Besonderes,
aber man darf keinesfalls unterschätzen mit welchem Elan man bei der BoS versucht von einem losen Zusammenschluss zu einer, mit Außenwirkung gerichteten schwarz-satanistischen Bruderschaft zu gelangen. Die Bewegung hat sich inzwischen eine offizielle Facebook Seite geschaffen. Es scheinen alles Leute, im Alter von über 18 bis ca. 30 Jahre zu sein, welche sich Orientierung suchen.

Das macht es für eine Aufklärungsgruppe wie unsere nicht leicht zu prüfen, über was man berichten sollte und über was besser nicht, um nicht den Anschein zu geben man könnte als Werbequelle ausgenutzt werden.

Eines gibt es zu Bedenken: Es ist selten genug, dass sich satanische Zirkel öffnen und einen gewissen Einblick in ihr Inneres geben. Sollte man nicht gerade diesen Kontakt halten und aufzeigen, was sich in der schwarzen Bruderschaft tut, statt diese Leute vor den Kopf zu stoßen und zu sagen: Mag ich nicht- also habe ich kein Interesse an Euch.

T. ist mir auf seine Art sympathisch und deshalb hoffe ich darauf, dass auch er und seine  Anhänger, mit wachsender Erfahrung, vielleicht eines Tages aus ihrer Welt aussteigen und eine Andere, nennen wir sie „seriösere“ Welt für sich entdecken.

Bis dahin aber werde ich ihm zuhören, was er uns zu sagen hat.

„Brotherhood of Samael“ gestattet der Aufklärungsgruppe Krokodil an dieser Stelle auch ein Video der Bruderschaft einzubauen, in dem einer der „beweglichen“ Ritualräume zu sehen ist.

 

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