Von der Jagd der Scientology-Organisation auf junge Aktivisten der Anonymous-Bewegung, auch aus Baden-Württemberg.

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Ein Bericht von
Jörg Stolzenberger
Aufklärungsgruppe Krokodil
September 2015

 

In der scientologischen Ausgabe Freiheit aktuell aus dem Jahr 2008, herausgegeben im Selbstverlag durch die Scientology Kirche Hamburg e.V., Domstr. 9, 20095 Hamburg; Verfasser: Frank Busch, befassen sich die Scientologen mit einem angeblichen „neuen Skandal in der Hamburger Innenbehörde.“ (1)

Dem Senat und der damaligen Scientology-Kritikerin wird unterstellt, dass sie eine Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Hamburger Handwerkskammer plant, in der auch eine „maskierte Kampftruppe, die sich selbst den Namen „Anonymous“ gegeben hat, eingeladen sei.“ (1)

Scientology setzt noch eins drauf und bezeichnet Anonymous als eine „Vereinigung von weltweit tätigen Cyberterroristen und Spaßchaoten, die Staatsanwaltschaften auf mehreren Kontinenten beschäftigt.“ (1)

Scientology beklagt sich, dass Anonymous in Hamburg bereits mehrere maskierte Protestveranstaltungen gegen die dortige Scientology Kirche durchführte und wirft den Maskierten Kritikern vor, dass in der Folge dieser Hetzkampagne „zwölf Frontscheiben“ der Scientology-Kirche zerstört wurden, also scheinbar nicht von den Protestierenden selbst.

„Anonymous“ schuf mit ihren Hassparolen zwar das Klima für diesen Anschlag, distanzierte sich dann aber schnell und wies jegliche Verantwortung von sich“, so die Berichterstatter von Scientology. (1)

 

Scientology-Freiheit 2008

 

 

Freiheit aktuell 2008 Anonymous ohne Maske

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder oben: Auszüge von der scientologischen Freiheit aktuell 2008

Da man vermutlich selbst nicht glaubte, dass diese Kritik an den Deutschen Anonymous-Mitgliedern reicht, fügten die Urheber der Freiheit aktuell Beispiele von Einzeltätern an, aus denen hervorgeht, dass diese im Namen von Anonymous High-School-Massaker an Schulen in Finnland, Australien und Colorado begangen hätten bzw. vor gehabt hätten. (1)

Die Verfasser der Freiheit aktuell schießen sich dann auf einen der Anonymouse aus Baden-Württemberg ein, über den wir bereits bei der Anonymous-Demonstration in Stuttgart berichteten. Er trug den Tarnnamen „Ackerland“ und wurde später von der Scientology enttarnt.

Es heißt in der scientologischen Zeitschrift weiter:

„Einige Mitglieder haben in der Vergangenheit versucht, sich von den offensichtlich extremistischen Ausdrucksformen von „Anonymous“ zu distanzieren. Dennoch bleibt die Frage: Warum operieren sie weiterhin unter dem Banner einer Gruppe, deren Kern – die Hauptakteure – aktiv Hass und Gewalt schüren, zu Übergriffen gegen Minderheiten aufrufen und rassistische Attacken provozieren?

Einer der „Anonymous“-Rädelsführer in Deutschland ist Thilo Sch. (Anmerkung Krokodil: Name wird im Originalbericht der Scientologen klar benannt),       der – wie er selbst verlauten ließ – eng mit Ursula Caberta zusammenarbeitet.
Er will für sie kontrollieren, welche „Anonymous“-Mitglieder an der bevorstehenden Veranstaltung der Hamburger Innenbehörde teilnehmen.
Thilo Sch. publiziert in der „Anonymous“-Szene unter dem Decknamen „Ackerland“ und ist Informatik-Student an der Universität in Stuttgart.“ (1)

 

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Bilder oben: Auszüge von der scientologischen Freiheit aktuell 2008

 

Nun muss man aber auch wissen, dass die Baden-Württembergische Anonymous-Gruppe bereits am 14. Juni 2008 in Stuttgart zwei Klein-Demonstrationen im Bereich der Königsstraße bzw. später auch vor der damaligen Scientology-Org abhielt. Die Demonstranten trugen teilweise Hüte und Sonnenbrillen, die sie vor einer direkten Identifizierung vor Scientology schützen sollten. Es wurden Blumen verteilt und mit Schildern wurden die Autofahrer einer Zufahrtsstraße darum gebeten „Hupen gegen Scientology“.

Bei diesen Aktionen, zu denen wir auch die zwei Videos eingestellt haben, war „Ackerland“ als Organisator dabei. Ich habe selbst einen der Filme gedreht und war somit vor Ort. „Ackerland“ war ebenfalls mit Hut und teilweise mit Sonnenbrille bekleidet und spielte auch Gitarre.

Wenn man jetzt die Identifizierung von ihm (von Scientology) so ausführlich darstellt zeigt dies, dass man Anonymous fürchtet.

 

Warum tragen die Leute von Anonymous eigentlich eine Maske?

gf maske Anonymous

Anhänger der Anonymous-Bewegung tragen meist eine Maske von Guy Fawkes,  einem Freiheitskämpfer. Dies war nicht immer so, bis 2008 hatten die Aktivisten von Anonymous
zumindest in Baden-Württemberg fast keine Masken getragen um nicht dem Verdacht ausgesetzt zu sein, sie würden anlässlich einer Demonstration gegen das Vermummungsverbot verstoßen.

Die Maskenträger haben sich jedoch immer mehr durchgesetzt, weil sie Repressalien durch die Scientology-Organisation befürchteten.

Der Grund lag unter anderem auch darin, dass der Scientology-Gründer : Ron Hubbard am 18. Oktober 1967 einen Scientology-Gesetzesbrief (Policy Letter) mit dem Titel Penalties for Lower Conditions verfasst hatte, in dem der Begriff Fair Game (Freiwild) und das entsprechende Vorgehen detailliert beschrieben wurde.

Im Gesetzesbrief vom 18. Oktober 1967 ging es um verschiedene Zustandsformen, wie sie innerhalb von Scientology Anwendung finden. Während die ersten drei Paragraphen in erster Linie für die interne Verwendung gedacht waren, ist der vierte Paragraph sowohl intern als auch extern gültig: Feind: Regel für Unterdrückerische Personen anwenden. Freiwild. Darf seines Eigentums beraubt oder (in jeder Weise durch jeden Scientologen) verletzt werden, ohne dass dies disziplinarische Folgen für den Scientologen hat.
Darf hereingelegt, verklagt, belogen oder zerstört werden. (2)

 

Fair Game 1967

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild oben: HCO Policy Letter vom 18.10.1967 „Fair Game“-Anweisung  (Enemy SP Order)

Am 21. Oktober 1968, also über ein Jahr später, wurde der Begriff Fair Game von Hubbard zurückgenommen: Die Praxis, Personen zu Freiwild zu erklären, wurde eingestellt. Hubbard: „Fair Game darf in keiner Ethik-Anordnung mehr stehen. Es schadet uns in der Öffentlichkeit. [Die neue Regel] bedeutet nicht, dass irgendwelche Maßnahmen zum Umgang mit Unterdrückerischen Personen aufgehoben wird“.

Die Scientology-Organisation bestreitet heute die Verwendung der Fair-Game-Praxis und weist darauf hin, dass deren Gebrauch 1968 aufgehoben worden sei.

Fakt ist, dass L. Ron Hubbards Bücher „Einführung in die Ethik der Scientology“, herausgegeben vom New Era-Verlag Publications International ApS Kopenhagen, immer wieder neu aufgelegt werden.

In dem mir vorliegenden, genannten Buch, ISBN Nr. 87-7336-592-0; von 1989, L. Ron Hubbard, Seite 209, befasst sich Hubbard auch mit den sogenannten
„Unterdrückerischen Handlungen“ und definiert diese als
„Handlungen oder Unterlassungen, die unternommen werden, um Scientology oder Scientologen wissentlich zu unterdrücken, einzuschränken oder zu behindern.“

Hierunter fallen laut Seite 212 zum Beispiel auch:
„Öffentliche Verwerfung (die Erklärung, dass etwas nicht gut sei) oder Verleugnung der Scientology oder von Scientologen (..)

Öffentliche Äußerungen gegen Scientology oder Scientologen (..)

Gesetzgebung oder Verordnungen, Vorschriften oder Gesetze, welche auf die Unterdrückung der Scientology ausgerichtet sind, vorzuschlagen, zu empfehlen oder dafür zu stimmen.(..)

Einen Zivilprozess gegen irgendeine Scientology-Organisation oder irgendeinen Scientologen einzuleiten (…)

Anti-Scientology-Briefe an die Presse zu schreiben (…)

Im Dienst einer Anti-Scientology-Gruppe oder – Person zu stehen (…)

Zu den „Unterdrückerischen Handlungen“ heißt es weiter:

„Unterdrückerische Handlungen sind klar und eindeutig, diejenigen versteckten oder offenen Handlungen, die wissentlich darauf berechnet sind, den Einfluss oder die Tätigkeiten von Scientology zu verkleinern, einzuschränken oder zu zerstören (..)
Da Personen oder Gruppen, die so etwas machen, nur aus Eigeninteresse heraus zum Schaden anderer handeln, können ihnen nicht die Rechte gewährt werden, die rationalen Wesen normalerweise gewährt sind.“

Zu den Rechten einer Unterdrückerischen Person oder Gruppe heißt es auf Seite 236:

„Eine wahrhaft Unterdrückerische Person (auch Suppressiv Person oder SP) oder Gruppe hat keinerlei Rechte eines Scientologen“

Und zur „Machtformel“ teilt Hubbard mit (Seite 270):
„Und als letztes und wichtigstes- denn wir stehen nicht alle auf der Bühne, und unsere Namen erscheinen nicht alle in Leuchtbuchstaben-, schieben sie immer Macht in die Richtung eines jeden, von dessen Macht zu abhängen, sei es in Form von mehr Geld für die Machtperson oder größeren Erleichterungen oder einer flammenden Verteidigung der Machtperson gegenüber einem Kritiker.
Es kann sogar darin bestehen, dass einer seiner Feinde in der Dunkelheit dumpf aufs Straßenpflaster klatscht oder das ganze feindliche Lager als Geburtstagsüberraschung in riesige Flammen aufgeht. (..)“

(Fettdruck jeweils von der Aufklärungsgruppe Krokodil)

Wenn man ideologisch aus Hubbards Büchern auf solche Feindseligkeit gegen Andersdenkende getrimmt wird, so ist es in meinen Augen nicht mehr entscheidend ob die „Fair-Game“-Anweisung aus dem Spiel genommen wurde oder nicht, durch andere Hinterstübchen bekommt man alles wieder eingetrichtert.

Anfang 2008 wurde ein Video der Scientology mit Schauspieler Tom Cruise öffentlich gemacht, dass ursprünglich für interne Scientology-Zwecke vorgesehen war.

Siehe unter: http://www.youtube.com/watch?v=uY98Vp2MJyU

In diesem Video sieht man deutlich den Fanatismus von Tom Cruise und seine Bestrebungen Scientology als einzige Religion zu etablieren.

 

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Bilder oben: Auszüge aus dem Video mit Tom Cruise von 2008.

In diesem Film macht sich Tom Cruise auch lustig über die sogenannten Unterdrückerischen Personen / Suppressiv Persons (SPs):

 

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Als Anonymous das Video in die Hände fiel, versuchten diese es natürlich zu verbreiten.
Nachdem das Video viel Aufmerksamkeit erhielt und dies nicht nur positiv für Scientology war, versuchte die Organisation dies natürlich zu unterbinden.
Doch das Internet ist schwierig zu kontrollieren und es gelang letztlich nicht das Video aus dem Netz zu bekommen.

Als Kritiker der Organisation begrüße ich natürlich diesen Zustand, dass man das Video heute noch sehen kann.

Daraufhin wurde das Projekt „Chanology“ durch die Anonymous-Bewegung geboren.
Man hatte sich über die Zensurversuche erregt und man begann mit dem sogenannten „Trollen“ gegen die Scientology und wartete auf die Reaktion der Organisation.
Es folgte ein hin-und her an Reaktionen, in denen auch Anonymous nicht zimperlich war
und erste Dos-Attacken gegen Scientology-Seiten führte, Scherzanrufe tätigte und schwarze Faxe verschickte.

Am 21.01.2008 wurde von Anonymous eine Pressemitteilung herausgegeben in Form eines Videos, mit dem Titel „Message to Scientology“, welches auf Youtube eingestellt wurde.

In diesem Video erklärte Anonymous Scientology den „Krieg“.

Am 28.01.2008 wurde von Anonymous das zweite Video mit dem Namen                     „Call to Action“ auf Youtube hochgeladen. Es war der erste Aufruf der Aktivisten zu einer öffentlichen Demonstration gegen die Scientology-Organisation.
Anfänglich waren es ca. 100-150 Demonstranten, später mehrere Tausend welche vor Scientology-Einrichtungen weltweit demonstrierten.

Nachdem die lose Bewegung die Guy Fawkes Masken des Freiheitskämpfers aus dem Film
„V- wie Vendetta“ entdeckten, gaben sie den Demonstrationen ein nahezu einheitliches Gesicht.

Im Mai 2008 versuchte die Scientology-Organisation einen 16-jährigen Schüler aus London/ England wegen eines Plakates, das er anlässlich einer Demonstration der Anonymous-Bewegung gegen Scientology trug, vor Gericht zu bringen.
Auf dem Plakat ließ der Schüler verlauten: Scientology wäre ein „Kult“.
Die Zeitschrift The Gardian berichtete darüber, dass es letztlich keine Anklage bzw. Verhandlung gegen den Schüler gab.

Im Orginaltext heisst es;

„A teenager who was facing legal action for calling the Church of Scientology a cult has today been told he will not be taken to court.
The Crown Prosecution Service ruled the word was neither „abusive or insulting“ to the church and no further action would be taken against the boy.
The unnamed 16-year-old was handed a court summons by City of London police for refusing to put down a placard saying „Scientology is not a religion, it is a dangerous cult“ during a peaceful protest outside the church’s headquarters near St Paul’s Cathedral earlier this month.
Police said they had „strongly advised“ him to stop displaying the sign but he refused, citing a high court judgment from 1984 in which the organisation was described as a cult.
The summons was issued under the Public Order Act on the grounds that the sign incited religious hatred. A file was passed to the CPS, which today told City of London police it would not be pursuing the boy through the courts.
A spokeswoman for the force said: „The CPS review of the case includes advice on what action or behaviour at a demonstration might be considered to be threatening, abusive or insulting. „The force’s policing of future demonstrations will reflect this advice.“
A CPS spokesman said: „In consultation with the City of London police, we were asked whether the sign, which read ‚Scientology is not a religion it is a dangerous cult‘, was abusive or insulting. „Our advice is that it is not abusive or insulting and there is no offensiveness, as opposed to criticism, neither in the idea expressed nor in the mode of expression. No action will be taken against the individual.“

The teenager’s mother said the decision was „a victory for free speech“.

„We’re all incredibly proud of him. We advised him to take the placard down when we realised what was happening but he said ‚No, it’s my opinion and I have a right to express it‘,“ she said.
Human rights activists were outraged when news of the police action against the teenager broke earlier this week.
A simultaneous demonstration on May 10 outside a Scientology office in London’s West End featured protesters waving similar placards but the Metropolitan police did not confiscate them or issue any summonses.
Two years ago, the City of London police attracted criticism when it emerged more than 20 officers, ranging from constable to chief superintendent, had accepted gifts worth thousands of pounds from the Church of Scientology.
The City of London chief superintendent, Kevin Hurley, praised Scientology for „raising the spiritual wealth of society“ during the opening of its headquarters in 2006.
Last year, a video praising Scientology emerged featuring Ken Stewart, another of the City of London’s chief superintendents, although he is not a member of the group.
Scientology was founded by the science fiction writer L Ron Hubbard in 1952 and espouses the idea that humans are descended from an exiled race of aliens called Thetans. The church continues to attract controversy over claims that it separates members from their families and indoctrinates followers. (3)

 

The Gardian may 2008

 

 

 

 

 

 

 

Bild oben: The Gardian “Schoolboy avoids prosecution for branding Scientology a “cult”.

Am 08. Dezember 2012 fanden Berliner Anonymous-Aktivisten Flyer von ihrem Gegner, der Scientology-Organisation in ihrem Briefkasten, in denen vier ihrer Mitstreiter „denunziert, verleumdet und mit der Veröffentlichung der Vor- und Nachnamen, halben Lebensläufe, Lebensumstände und in einem Fall sogar eines Fotos identifiziert wurden“, so berichtet es die Berliner Anonymous-Bewegung und betrachtet dies als einen „eindeutigen Einschüchterungsversuch Scientologys“ und sieht deshalb die „Fair Game-Richtlinie“ in Vollzug. (4)

 

Anonymous Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild oben: Internetseite von Anonymous Berlin Project Chanology; Fair Game in Aktion

Die enttarnten Berliner Anonymous-Leute gehen davon aus:
“ Die Scientologen haben offenbar einige von uns unbemerkt zu unseren Wohnsitzen verfolgt und dort Flyer ausgelegt, offensichtlich um zu zeigen: „Wir sind da. Wir wissen, wer du bist. Halte dich in Zukunft zurück, sonst kommen wir wieder.“ (4)

Die Flyer, welche die Ausspionierten in ihrem Briefkasten fanden, waren herausgegeben von Sabine Weber von der Scientology-Kirche Berlin e.V., Otto-Surr-Allee 30-34, Berlin.
Sie hatten die Überschrift:
„ANONYMOUS BERLIN – Feigheit bekommt nun einen Namen!
Die Täter hinter der Maske!“ (5)

Scientology führt in dem Flyer auf, dass sie das Verhalten der Anonymous-Bewegung als
„radikale und gewaltbereite Schikanierung einer religiösen Minderheit, egal ob ungeliebt oder missverstanden, sehen.“

Man vertritt hier die Meinung, dass sich die Anonymous-Aktivisten „feige hinter ihren Masken verstecken um aus dem Schutz vermeintlicher Anonymität heraus in regelmäßigen Abständen Rechtsverletzungen gegen Scientologen und Kirchengebäuden zu begehen, getrieben vom Hass und aus purer Lust an der Zerstörung“, so steht es im Scientologen-Flyer der Sabine Weber.

Die Darstellung in dem Flyer zielt eindeutig darauf ab, die Anonymous-Bewegung als „Hassverbrecher“; „Volksverhetzer“ und als Leute die „Bomben- und Gewaltdrohungen“ aussprechen und auch „Morddrohungen“ tätigen, darzustellen. Alle diese Begriffe werden in Bezug zur Anonymous-Bewegung genannt.

Da nutzt auch der Absatz mit dem „Kuschelkurs“ nichts mehr in dem es heißt:

„Es sei jedoch klargestellt, dass die nachfolgend benannten Personen nicht der oben genannten Taten bezichtigt werden. Deren Aktivitäten beschränken sich nach Kenntnis von Scientology auf das, was nachfolgend zu ihrer Person dargestellt wird. Sie tragen nach Meinung von Scientology aber dadurch zu jenem Klima bei, welches zu den hasserfüllten Übergriffen auf Scientology führt.“ (..) (5)

Mit dieser letzten Aussage hat sich die Verfasserin Sabine Weber keinen Gefallen getan, denn man könnte daraus schließen, das der scientologische Geheimdienst, das „Office of Special Affairs“ (OSA), nur den Anonymous-Leuten nachstellt, weil sie die Guy Fawkes-Maske trugen, um sich eigentlich vor Nachstellungen Scientology`s zu schützen, denn es wird nicht erwähnt, dass man auch die verfolgte und enttarnte, welche die ganz bösen Aktivisten waren und die genannten Straftaten begangen hatten und man diese der Strafverfolgung zugeführt hat.

 

Flyer Berlin1

 

Flyer Berlin 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder oben: Flyer von der Scientology-Kirche Berlin, Sabine Weber, gegen Anonymous

Verwendete Quellen:

(1) Freiheit aktuell vom September 2008 „INNENBEHÖRDE LÄSST SICH
AUF TERRORGRUPPE „ANONYMOUS“ EIN“; im Internet auch unter: http://www.menschenrechtsbuero.de/html/freiheit.html
(2) HCO Policy Letter vom 18.10.1967 „Fair Game“- Anweisung (Enemy SP Order)
(3) The Gardian http://www.theguardian.com/world/2008/may/23/religion
(4) Berliner Anonymous-Seite im WWW: https://berlinonymus.wordpress.com/was-ist-scientology/fair-game/fair-game-osa/ DL 30.09.2015
(5) Flyer der Scientology-Kirche Berlin 2012; Herausgegeben und für den Inhalt verantwortlich: Sabine Weber, Titel: „ANONYMOUS BERLIN – Feigheit bekommt nun einen Namen! Die Täter hinter der Maske!“

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