Scientology und DIANETIK im Rennsport

Scientology und DIANETIK im Rennsport:
Scientology-Werbung mit qualmenden Reifen.

Im August 1989 stand der Schauspieler Tom Cruise gerade in Kontakt mit Scientology als er in dem Film „Days of Thunder“ (deutscher Titel: „Tage des Donners“) einen Rennfahrer spielte. (1)

Filmplakat des Rennfahrer-Films „Days of Thunder“

Filmplakat des Rennfahrer-Films „Days of Thunder“

Aber nicht nur auf der Leinwand sind Scientology-Anhänger als Rennfahrer zu sehen, auch im realen Rennsport begegnet man Ihnen. Nicht in allen Fällen ist dies auf den ersten Blick zu erkennen.

Kenton Gray ist professioneller Auto-Rennfahrer und Mitglied bei Scientology.

Er hatte große Träume und die Scientology Religion hat ihm maßgeblich dabei geholfen seine Ziele zu erreichen. 1996 kam er über das Buch Dianetik zur Organisation. Auf einem Video der Scientology-Organisation spricht er selbst und bekennt sich als Scientology-Mitglied. (3)

Screenshot DL 25.06.2014 Rennfahrer Kenton Gray (aus der Videosequenz)

Screenshot DL 25.06.2014 Rennfahrer Kenton Gray (aus der Videosequenz)

Screenshot DL 25.06.2014 Rennfahrer Kenton Gray (aus der Videosequenz) Teil 2

Screenshot DL 25.06.2014 Rennfahrer Kenton Gray (aus der Videosequenz) Teil 2

Auch der in Österreich geborene Rennfahrer und Scientologe Niki Lanik, damals 22 Jahre alt, setzte sich mit seinem Sport für die Förderung der Menschenrechte im Sinne von Scientology ein. Beim 6. jährlichen Gipfeltreffen für Menschenrechte in Genf, wurde er für sein Engagement mit einem scientologischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Lanik ist schon seit Dezember 2006 ein Verfechter für die Menschenrechte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich entschieden seine Bekanntheit als erfolgreicher Motorsportrennfahrer zu nutzen, um das Bewusstsein für die Menschenrechte zu erhöhen. In den Worten Laniks: „Sportler und Athleten haben Freunde und Fans, die Nachrichten über sie lesen oder sie im Fernsehen sehen. Jugendliche betrachten uns, d.h. die Musiker und Künstler als ihre Vorbilder. Mir ist es wichtig, dem entgegengebrachten Vertrauen gerecht zu werden.“ (..)

2006 und 2007 wurde er zu einem zweifachen Clio Cup Sieger in Großbritannien.

Lanik zeigte auf seinem Rennwagen das Logo von „Youth for Human Rights International“ (auf deutsch: „Jugend für Menschenrechte“).

Er verteilte Broschüren und zeigte die Video-Clips an der Rennstrecke. (..)
Jedes Jahr sehen schätzungsweise 18 Millionen Menschen das Logo und wenn sie im Fernsehen Autorennen anschauen, sollen sie sich, so Laniks Wunsch, fragen: „Was sind Menschenrechte?“ und das Internetforum youthforhumanrights.org besuchen, um mehr darüber herauszufinden. (4)

Screenshot von Lanik (mit Pokal) und seinem Wagen unter: http://de.youthforhumanrights.org/news/other/october-22-2007.html. DL 25.06.2014

Screenshot von Lanik (mit Pokal) und seinem Wagen unter: http://de.youthforhumanrights.org/news/other/october-22-2007.html. DL 25.06.2014

„Jugend für Menschenrechte“ wirkt auf dem ersten Blick wie eine unabhängige harmlose Jugendorganisation, fast wie ein offizielles Projekt der Vereinten Nationen (Uno). Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich die Gruppe jedoch als Scientology-„Front Group“ – als eine Art inoffizielle Unterorganisation.

2001 gründete eine US-Lehrerin die „Youth for Human Rights“, ab 2005 ist die Initiative auch in Deutschland aktiv.

Ungefähr hundert Scientologen in Hamburg, Berlin, München, Stuttgart und Erlangen betreiben im Namen der Menschenrechte Propaganda für die umstrittene Glaubensgemeinschaft. So sah das Ursula Caberta, die damalige Sektenbeauftrage der Stadt Hamburg. Die Menschenrechtsjugend versuche „über ein positiv besetztes Thema Nachwuchs für Scientology zu werben und die Sekte damit hoffähig zu machen“, sagte Caberta.

Und Michael Zügel vom Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg warnte: „‚Jugend für Menschenrechte‘ ist eine Hilfsorganisation von Scientology.

Die Propaganda soll suggerieren, dass sich Scientology für Menschenrechte und Demokratie einsetzen würde. Aber hinter ‚Jugend für Menschenrechte‘ verbirgt sich eine Organisation, die die Demokratie verachtet und unbotmäßige Mitglieder häufig menschenverachtend behandelt.“ (5)

Mit der kritischen Auseinandersetzung mit „Youth for Human Rights International“ („Jugend für Menschenrechte“) in Österreich beschäftigt sich auch der ehemalige Scientologe und ehemalige Leitender Direktor der Scientology Wien, Wilfried Handl, in seinem Blog gegen Scientology. (6)

Aber zurück zum Rennsport:

Der Doppelsieg des Sauber-Mercedes C 9 bei den 24 Stunden von Le Mans krönte am 11. Juni 1989 die Rückkehr der Mercedes-Benz Silberpfeile auf die Rundstrecke. Jochen Mass, Manuel Reuter und Stanley Dickens holen im C 9 mit der Startnummer 63 den Sieg, gefolgt von Mauro Baldi, Kenny Acheson und Gianfranco Brancatelli (Startnummer 61).

Markus Jordan erinnert mit diesen Worten am 11. Juni 2014 auf seinem Mercedes-Benz passion Blog an die legendären Silberpfeile und postet unter anderem ein besonderes Bild einer Rennsequenz: Der Rennwagen mit der Nr. 108, hinter dem siegreichen Silberpfeil, fährt mit der „Dianetique“-Werbung. (7)

Rennwagen Nr.108 mit “Dianetique“-Werbung.

Rennwagen Nr.108 mit “Dianetique“-Werbung.

Mit der Nr. 108 am Start: Auto-Rennfahrer Philippe de Henning, mehrfacher Le-Mans-Teilnehmer, auch er hält sich an die Lehre von Sekten-Begründer L. Ron Hubbard. (2)

Auf dem Internetportal http://www.racingsportscars.com  finden sich zu verschiedensten Auto-Rennen auch die bildlich dargestellten Rennwägen, mit Verweis auf deren Fahrer und Sponsoren.

Den bei den Silberpfeilen abgebildeten gelben Rennwagen „Nr.108“ findet man auf der Seite ebenfalls. Vermerkt ist hierzu:

„Roy Baker Racing (GP Motorsport) (GB); Driven by:Dudley Wood (GB)/Philippe de Henning (F); Sponsors: DIANETIQUE“

Auch bei anderen Rennen an denen Philippe de Henning als Fahrer teilgenommen hat, prangt auf den von Ihm pilotierten Fahrzeugen ein auf das jeweilige Veranstaltungsland angepasstes Dianetik-Banner.

So findet sich schon bei den Testfahrten in Le Mans 1987 ein Rennwagen mit der Nr. 111 mit dem selben „Dianetique“- Banner wie vorher erwähnt.

„Spice Engeneering; Driven by: Gordon SPICE (GB); Sponsors: Dianetique“

Beim 24-Stunden-Rennen von Le-Mans im Jahre 1987 belegte besagtes Fahrzeug den 1. Platz in der Klasse C2 und Platz 6 im Gesamtklassement. Am Steuer unter anderem – Philippe de Henning.

Unter der Nr. 121 findet sich ein weiterer Rennwagen mit typisch gelber Lackierung und roter Aufschrift „Dianetics“, welcher 1988 für das 360 KM-Rennen auf dem Circuito del Jarama (Spanien) eingesetzt wurde.

Hierzu heißt es:

„GP Motorsport (GB); Driven by Costas Los (GR) / Philippe de Henning (F); Sponsor: Dianetika“.

Dieses Fahrzeug wurde einen Monat später ebenfalls für die 1000 Kilometer von Monza eingesetzt.

Ebenso waren die Fahrzeuge auf verschiedenen anderen Rennstrecken, u.a. in Silverstone, Brands Hatch und auf dem Nürburgring, im Einsatz. In allen Fällen war u.a. Philippe de Henning als Fahrer gelistet.

Vielleicht achten Sie, als Zuschauer, nächstes Mal genauer darauf, wer da gerade seine Runden auf der Rennstrecke dreht.

Quellenverzeichnis:

(1)  Buch: „Im Gefängnis des Glaubens: Scientology, Hollywood und die Innenansicht einer modernen Kirche“ (Google eBook)  von Lawrence Wright DVA, 02.09.2013 – 624 Seiten
book_scientology(2) Der Spiegel Nr. 17/1998 und Spiegel online unter: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7867195.html ; DL 26.06.2014
Titelbild(3)  YouTube Video http://www.youtube.com/watch?v=9FPfmY50tAM; Veröffentlicht am 20.07.2013 und über die Scientology-Seite http://progmedia.edgesuite.net/videos/meetascientologist/de/meet-a-scientologist-kenton-g_576_de.mp4 DL 25.06.2014

(4) Selbstdarstellung der Scientology vom 14.09.2009 10:40 Uhr: „Mitglied der Scientology Kirche fährt Autorennen für Menschenrechte“ und http://www.scientology.de/videos/category/meet-a-scientologist/meet-a-scientologist-niki-l.html und
http://de.youthforhumanrights.org/news/other/october-22-2007.html mit Bilder von Lanik und seinem Sportwagen.

(5) Spiegel online: „Menschenrechtsinitiative: Scientologen narren Uno und Politiker“
Von Christian Fuchs unter: http://www.spiegel.de/panorama/menschenrechtsinitiative-scientologen-narren-uno-und-politiker-a-601830.html

(6) Wilfried Handl: http://www.wilfriedhandl.com/blog/tag/youth-for-human-rights  DL 25.06.2014

(7) Blick zurück: Doppelsieg der Sauber-Mercedes C9 beim 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1989 von Markus Jordan | 11.Juni 2014 unter: http://blog.mercedes-benz-passion.com/2014/06/blick-zurueck-doppelsieg-der-sauber-mercedes-c9-beim-24-stunden-von-le-mans-im-jahr-1989 DL 25.06.2014

(8) http://www.racingsportscars.com/type/photo/Spice/SE87C.html und http://www.racingsportscars.com/driver/photo/Philippe-de%20Henning-F.html mit einzelnen Bildern; DL 25.06.2014

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