Jugendsatanismus – eine Umfrage bei Beratungsstellen

Jugendsatanismus – eine Umfrage bei Beratungsstellen

von Jörg Stolzenberger

Es wurden von mir fünfzehn Stellen, die sich mit der Thematik „sogenannte Sekten und Psychogruppen“ beschäftigen, angeschrieben und um Beantwortung von fünfzehn, von mir vorher ausgearbeiteten und nachfolgend dargestellten, Fragen gebeten.
Die Fragen bezogen sich alle auf den Themenbereich „Jugendsatanismus“.

Allen wurde der gleiche Fragenkatalog zugesandt, um ein repräsentativeres Bild zu bekommen.
Es wurde darauf hingewiesen, dass eine Veröffentlichung der Antworten angedacht ist. Weiterhin wurde es freigestellt sich namentlich zu seinen Antworten zu bekennen oder diesen Fragebogen anonym zu beantworten.

Es war mir schon vorher klar, dass sich nicht alle dieser angeschriebenen Stellen mit gerade dieser Thematik auseinandersetzen müssen, sei es, weil sie vielleicht keine Anfragen hierzu bekommen oder weil ihr Beratungsangebot auf anderen Schwerpunkten liegt.
Weiterhin ging ich ebenfalls davon aus, dass nicht überall Probleme bestehen und dass Erfahrungen auch örtlich abweichen können.

Der von mir angeschriebenen Kreis setzte sich aus privaten- (ehrenamtlichen-) Beratungsstellen, kirchlichen Sektenbeauftragten, Journalisten/Autoren und anderen involvierten Personen aus der Beratungsszene zusammen.
Die Umfrage stammt aus dem Dezember 2004.
Die Antworten gingen bis zum Februar 2005 ein.

Von den fünfzehn angeschriebenen Stellen antworteten neun.
Diese waren jedoch alle mit der namentlichen Veröffentlichung ihrer Antworten einverstanden.

Die Aufklärungsgruppe Krokodil bedankt sich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei allen Personen, welche sich die Mühe machten und den Fragebogen beantworteten.
Danke für das geschenkte Vertrauen!

Hier nun die Fragen die ich gestellt habe:

1. Frage: Satanisch relevante Literatur ist überall im Internet und auch im Buchhandel frei zugänglich und frei zu erwerben. Mir ist kein Fall bekannt, in der einschlägige Literatur der sogenannten „schwarzen Reihe“ in irgendeiner Form einer jugendschutzrechtlichen Beschränkung unterliegt, z.B. einer Altersbeschränkung. Auf eine Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) darf man wohl hier nicht hoffen. Ist Ihnen ein Fall einer Beschränkung bekannt?

2. Frage: Gibt es entsprechende satanisch relevante Literatur die Ihrer Meinung nach, für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, entsprechende Gefahren in sich birgt?

3. Frage: Können Sie wenigstens ein Beispiel einer einschlägigen Literatur/Dokuments nennen und ggf. einen dazugehörigen Textauszug, der diese Gefahr beschreibt?

4. Frage: Wie kann man dieses Problem in den Griff bekommen?

5. Frage: Meinen Sie, dass es wichtig ist, in strafrechtlichen Verfahren z.B. bei Kirchenschändungen (Verbrennen der Bibel, verunstalten oder beschädigen sakraler Gegenstände o.a.), bei Graffitis satanischen Inhaltes (umgedrehtes Pentagramm, umgedrehtes Kreuz, „666“ u.a.) an Hauswänden, oder bei Friedhofsschändungen (zerstörte Grabsteine u.a.) sowie bei anderen schwereren Straftaten die ideologischen Gesichtspunkte des Täters herauszustellen (Subjektiver Hintergrund) oder reicht die objektive Feststellung der Tat und deren Ahndung?

6. Frage: (falls Wichtigkeit gesehen wird) Warum ist dies so wichtig?

7. Frage: Bezogen auf den Jugendsatanismus: Stellen Sie sich vor, zu einem Vergehen im strafrechtlichen Sinne (keine Verbrechenstatbestände), wird ein jugendlicher Täter (14-18 Jahre) oder ein Heranwachsender (18-21 Jahre) ermittelt. Nachweislich waren seine Tathandlungen subjektiv ideologisch geprägt und hierdurch zielgerichtet. Wie sollte dem Täter begegnet werden (z.B. durch Erzieherische Maßnahmen, Bestrafung mit Jugendarrest, Therapie)?

8. Frage: Werden die Ermittlungsstellen (Polizeidienststellen, Landeskriminalämter, Jugendämter u.a.) in ihrer Ermittlungsarbeit einem guten Standard gerecht, oder sollte es Verbesserungen geben? Falls Sie Verbesserungen sehen, so nennen Sie diese bitte.

9. Frage: Ist es richtig jede, insbesondere „kleine“ Straftaten (z.B. Farbschmiererei mit entsprechender Symbolik) bei der Polizei anzuzeigen oder bedeutet dies „mit Kanonen auf Spatzen zu schießen“?

10. Frage: Wie verhalten sich Eltern richtig, wenn sie zwar Auffälligkeiten im Verhalten und äußerliche Veränderungen (Kleidung, bestimmter einschlägiger Schmuck u.a.), an ihrem Kind erkennen, die auf okkulte- oder satanische Einflüsse hindeuten könnten, aber sie noch nichts genaues über die Motivation des Sohnes/Tochter wissen?

11. Frage: Wie können Eltern einem Jugendlichen begegnen, wenn sie feststellen, dass dieser sich ideologisch auf eine okkult-satanische Reise begibt und sich mit entsprechender Literatur und Gedankengut beschäftigt?

12. Frage: Kennen Sie eine seriöse, belegbare Statistik zu dem Bereich des Jugendsatanismus aus ihrem Einzugs-Land? (ggf. Quelle und Daten)

13. Frage: Sehen Sie in der derzeitigen Entwicklung (Beschäftigung von Kinder/Jugendlichen mit okkulten- oder satanischen Inhalten) ein besonderes Problem oder denken Sie eher, dass der Trend sich rückläufig entwickelt?

14. Frage (falls um Anonymität gebeten wird): Sind sie in Ihrer Beratungsarbeit mit den Themen Okkultismus/Satanismus beruflich befasst oder ehrenamtlich?

 15. und letzte Frage: Geben Sie drei Stichworte zum Thema, von denen Sie denken, dass jeder sie sofort mit dem Begriff „Jugendsatanismus“ in Verbindung bringt (Umschreibung des Begriffs Jugendsatanismus mit drei prägnanten Worten).

Das Ergebnis dieser Umfrage lesen Sie in den folgenden Dokumenten …

Herr Ingolf Christiansen, Beauftragter für Weltanschauungsfragen, Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen / Hannover (pdf)

Herr Dr. Hansjörg Hemminger, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Württembergischen Landeskirche, Stuttgart (pdf)

Frau Solveig Prass, Gründerin der Eltern- und Betroffenen-Initiative (EBI) Sachsen e.V. (pdf)

Herr Friedrich Griess, Sektenkritiker, Österreich (pdf)

Frau Dr. Gabriele Lademann-Priemer, Beauftragte für Weltanschauungsfragen der Nordelbischen Evangelisch-lutherischen Kirche, Hamburg (pdf)

Dr. Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Dresden (pdf)

Herr Dipl. Psych. Dieter Rohmann, Ausstiegsberater aus München (pdf)

Herr Michael Sobania, katholischer Pfarrer und Krankenhausseelsorger, Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen im Erzbistum Hamburg, aus Rostock-Warnemünde (pdf)

Ebenfalls ans Herz legen wollen wir Ihnen an dieser Stelle den folgenden, nicht direkt zur Umfrage gehörenden, Beitrag:

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