Feedback zum anonymisierten Kroko-Interview mit einem Scientology-Aussteiger

Feedback zu unserem anonymisierten Krokodil-Interview mit einem Scientology-Aussteiger

Am 08. Juli 2010 erreichte uns eine Leser-E-Mail zu dem eingestellten Krokodil-Interview, die wir nach vorheriger Abfrage einstellen dürfen, jedoch wünschte der Leser John, das wir seinen Familiennamen nicht nennen sollen.

Daran wollen wir uns halten. Hier nun der Text von John:

„Hallo, ich habe soeben Ihren Bericht über Scientology „Ein Aussteiger kommt zu Wort“ gelesen, und wollte wie es von Ihnen erwünscht ist ein Feedback dazu schreiben.

Ich bin selber 24 Jahre alt, und habe im Entferntesten nichts und noch nie etwas mit Sekten zu tun gehabt. Von vornerein habe ich gegen Scientology eine starke Abneigung gehabt, geprägt durch die Medien. (Da haben die Medien ausnahmsweise mal etwas Positives bewirkt – meiner Meinung nach)

Trotzdem reizte es mich zu verstehen, was in etwa bei Scientology vorgeht, und ich muss zugeben, das mein Interesse durch Personen wie Tom Cruise, eher noch durch Will Smith (Tom Cruise habe ich entgültig nach seinem skurilem „YouTube – Scientology Bericht“, indem er in 10 minuten mit 100 Sätzen nicht eine Aussage getroffen hat, abgeschrieben) angeregt wurden.

Meine Interessenhaltung ist trotz dieser Personen negativ, aber angeregt es irgendwie nachvollziehen zu können.

Außer dem von Ihnem publiziertem Interview, habe ich zuvor einen bekannten Aussteiger live bei Johannes B. Kerner sprechen sehen können. Dies gab bereits Aufschluss über eine Menschenunfreundliche Haltung, also eine Haltung gegen „Andersdenkende“, eine praktizierte „Entkernung“ der Personen, und dem wohl weitverbreitestem Vorwurf der Materiellen Forderungen an die Mitglieder.

Ihr Bericht, und dafür muss auch sehr dem Aussteiger gedankt werden, zeigt sehr interessante Aspekte auf. Ich kann den Einstieg in eine solch medial verurteilte Organisation, durch den Vergleich mit einem „Hobby / Verein“, der einem vieles bietet das jemandes Interesse weckt besser Nachvollziehen. Die Herangehensweise über die menschliche Schnittstelle „Schwäche“ finde ich eben so gemeim wie brilliant. Natürlich möchte man seine Schwächen verbessern, jeder möchte das.

Ich kann den Ansatz Ihres annonymen Informanten, eine angehende Scientology-Person nicht zu kritisieren nachvollziehen. Es würde mir persönlich aber unendlich schwer fallen, jemand mir vertrauten, in sein „Verderben“ laufen zu lassen.

Nach meinen bisherigen Informationen werden Menschen bei Scientology durch Konvertierung zu gefühlskalten, im Sinne des Unternehmens abgerichteten und arroganten selbstliebenden Menschen, bei gleichzeitiger finanzieller Ausnehmung. Willenlos sprechen Sie das nach, was Ihnen vorgesetzt wird.

Mich würde die Ausscheidungsquote interessieren. Mir scheint es, das nur wenige Menschen in der Lage sind sich aus diesem System zu lösen. Ich frage mich immer wieder, wie Menschen in Zeiten der „guten“ Aufklärung in diese Fänge geraten können. Ist das Näherungsverfahren wirklich so effektiv, das sogar Menschen mit einer vorherigen Abneigung und vielleicht nur durch spielerische Neugier informierend, als Scientologe enden können?

Macht weiter so. Ich finde diese Art der Aufklärungsarbeit sehr wichtig, und der Artikel war überaus Aufschlussreich.

Eigene Ausschweifungen bitte ich zu entschuldigen, aber es brannte mir im Herzen meine Meinung mitzuteilen, an Menschen die sich für solche Themen angagieren.

Freundliche Grüße

John“

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